Whip 2014

Version von 2014
Whip (2014) von Le Galion
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7.6 / 10 76 Bewertungen
Whip (2014) ist ein beliebtes Parfum von Le Galion für Damen und Herren und erschien im Jahr 2014. Der Duft ist zitrisch-frisch. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Zitrus
Frisch
Würzig
Grün
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
Verdello-ZitroneVerdello-Zitrone EstragonEstragon kalabrische Bergamottekalabrische Bergamotte KardamomKardamom LavendelLavendel
Herznote Herznote
GalbanumGalbanum IrisIris JasminJasmin VeilchenVeilchen
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos LedernotenLedernoten PatchouliPatchouli VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.676 Bewertungen
Haltbarkeit
7.161 Bewertungen
Sillage
6.565 Bewertungen
Flakon
7.759 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.915 Bewertungen
Eingetragen von ExUser, letzte Aktualisierung am 20.02.2024.

Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
Midnights

27 Rezensionen
Midnights
Midnights
Hilfreiche Rezension 12  
50 Shades of Citrus Medica
"Wanna get dirrrrty?" schnurrt mir die Zitrone ins Ohr.
Huch, was ist auch mit den Zitronen diese Tage los? Gibt es eine sexuelle Revolution unter Zitrusfrüchten? Ist die Übersexualisierung in den Medien nun auch in der Früchteabteilung angekommen? Oder haben sich die Zitronen bloss daran erinnert, dass ihre Vorfahren nicht nur frisch, sondern, in Kombination mit anderen Ingredienzien, auch mal ihre animalische Seite ausleben durften?
Dieses Zitrönchen hier ist aus der ätherisch-kühlen Welt des Terre d'Hermès Eau Givrée ausgebüxt. Genau genommen handelt es sich um eine Cedrat resp. Zironatszitrone. Der Einfachheit halber sei sie im weiteren Verauf dennoch Zitrone genannt. Hier darf sie ihre bitterere, würzigere Seite ausleben. Und diese Zitrone hat einiges nachzuholen. Von Miley bis Britney haben es zahlreiche Stars vorgemacht, wie man sich sexuell befreit, da hat sie gut aufgepasst. Auf der Abrissbirne in Richtung Strand. Nach einem ausgiebigen Bad im Meer, hat sie sich mit einem würzigen Duschgel eingeseift, abgeduscht, trockengerubbelt und mit einer Galbanum-Lotion eingecremt. Outfit für den Aufriss: nur ein Lederjäckchen. Grrrrrrrr! Machen heisse Zitronen so, too sexy for this world, 50 Shades of Citrus Medica. Hinter das Ohr hat sie sich keine Blüte, sondern einen ganzen Blumenstrauss gesteckt. Weniger ist mehr, sowas sagen nur Anfänger. Blumen der Wahl? Natürlich der Jasmin, was kann sexier sein?! Für den lasziven 90's R&B-Groove sorgt die smoothe Iris, für den angedeuteten Abgrund ein klitzekleines Veilchen, kaum sichtbar. Die Zähne geputzt und den Mund mit Rosenwasser gespült. Und da liegt sie nun vor mir, auf der Patchouli-Decke im Eichenmoos, die Beine übereinander geschlagen, ein Vetiver-Halm im Mundwinkel, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Sie mustert mich von oben bis unten, aufreizender Blick, chauvinistisches Grinsen. Ich habe nicht gerade das Bedürfnis mich auszuziehen, aber zumindest ein, zwei Knöpfe am Hemd zu öffnen. Und da dämmert es mir im Hormonrausch: wir kennen uns.
Meine Begeisterung gilt nicht dieser inszenierten Zitronen-Schmuddelei, sondern der Sicherheit des Vertrauten. Wie die Begegnung mit einer verflossenen Liebschaft: jeder Handgriff sitzt, jede Bewegung ergänzt gut choreographiert diejenige des Gegenübers. Du Früchtchen, Du! Wir hatten schon mal ein längeres Techtelmechtel miteinander, damals Mitte bis Ende der Neunzigerjahre. Schon damals warst Du wesentlich älter als ich, nur hiessest Du anders: Eau Sauvage Eau de Toilette, Pour Monsieur Eau de Toilette, Monsieur Balmain (1990), Moustache Original 1949 oder wahlweise auch Pour Homme (1971) Eau de Toilette. Du hast Dich durch vergangene Jahrzehnte gewildert und Dir das genommen, was Dir gefällt. Ja, ja, ich mag Dich sehr und fühle mich gleichzeitig hinter's Licht geführt. Vor allem bei dem Tarif, den Du für Deine Dienstleistungen verlangst.
I don't wanna get dirrrrty, zumindest nicht mit Dir. Ich knöpfe mir die zwei Knöpfe am Hemd und die Geldbörse wieder zu und beschäftige mich jetzt mit anderen olfaktorischen Sauereien. Und ich melde mich bei genannten Liebschaften aus der Jugend, mal schauen, was sie heute so treiben.
16 Antworten
10
Flakon
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
Gentilhomme

119 Rezensionen
Gentilhomme
Gentilhomme
Sehr hilfreiche Rezension 10  
Klingt nach Rockabilly….
…ist aber eher Bossa Nova.

Le Galions Neuauflage von Whip ist ein gut gelungener Zeitsprung in die Ära von pomadigen Haartollen, Nerd-Brillen und Heckflossenautos. Nicht weit entfernt vom Original von 1953, aber etwas zeitgemäßer und mit weniger Barbershop-Attitude.

Nach Yatagans fabulösem Kommentar zu diesem Duft fällt es schon ein wenig schwer, das Wässerchen noch tiefergehend zu charakterisieren. Ich empfinde den Duft ebenfalls eher als sanft, wobei der Name eher etwas kräftigeres vermuten läßt.

Gefällig abgestimmte Hesperidenkopfnote, blumig würziges Herz und leicht ledig-holzige Basis treffen meien Geschmack in Gänze. Ich meine in der Basis auch einen Tabakakkord wahrzunehmen, obwohl dieser in der Pyramide nicht aufgeführt ist.

Kurzum ein gefälliger und unaufdringlicher Begleiter für die wärmeren Tage. ich bin froh ihn endlich in meiner Sammlung zu haben! Whip 2014 erinnert mich sehr stark an die Ursprungsversion von Robert Piguets Cravache, welches bei der Reformierung ein wenig gelitten hat.

Nachdem ich nun den 3. Duft der Marke besitze, denke ich das dies noch nicht der letzte sein wird….Vétiver enttäusch' mich bitte nicht, wenn Du denn endlich mal wieder auferstehst…. :-)
6 Antworten
10
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
8
Duft
Yatagan

393 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 44  
Sanfte Peitsche
Unkommentierte Düfte No. 54

Le Galions Whip ist ein Duft ganz nach meinem Geschmack: eine sanfte, nicht zu scharfe Zitrone, hier eigentlich eher der Geruch der Zitronatzitrone oder Zedrate (Cedrat), die ich in vielen Düften finde und liebe. Dass ich den Duft trotzdem nicht mit 90 oder 100% bewerte, kommt wohl eher daher, dass es bessere Verteter dieses Genres gibt, dir mir unweigerlich immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden, wenn ich Whip verwende.

Spannend finde ich zunächst das Konzept, eine klassische, ehemals berühmte Marke wieder aufleben zu lassen. Natürlich lässt sich einwenden, dass auch dies nur Teil einer derzeit erfolgreichen Marketingstrategie ist, die darauf setzt, einstmals legendäre Dufthäuser wieder neu zu begründen und ein nostalgisches und auf Tradition bedachtes Publikum zu melken. Richtig! So wird es wohl sein und ich falle auch gerne darauf herein. Und das, obwohl ich gerade in meinem Blog die schamlose Marketingmaschine vieler Nischenmarken kritisiert habe. Wie ich aber schon dort bemerkte: ich nehme mich nicht aus und selbstverständlich sind wir (fast) alle anfällig für die eine oder andere Strategie des Kapitalismus, der auf Wachstum durch Werbung und unser aller Beteiligung setzt.

„Im Jahre 1930 gründet Prinz Murat, ein Nachfahre von Joachim Murat, dem Schwager von Napoleon I. und König von Neapel, das Parfümhaus „Le Galion“, heißt es bei Le Galion auf der stilvollen Homepage (und beim Stichwort „stilvoll“ wären wir wieder bei den o.g. erfolgreichen Werbestrategien). Schon bald wurde das Haus Le Galion an Paul Vacher verkauft, der es zu einer Größe führte, die auch heute noch nachwirkt und dessen Name für viele, an Parfumgeschichte und Tradition interessierte Duftconnaisseure, wohl eher über das kollektive Duftgedächtnis als von eigener Erfahrung vermittelt, noch heute einen positiven Klang hat.

In den 30er und 40er Jahren ist Le Galion und ihr Parfumeur Paul Vacher bereits eine Berühmtheit, viele Düfte gehören noch heute zum Traditionsbestand der Parfumgeschichte und haben in Konzeption und Ausrichtung andere Häuser und Parfumeure beeinflusst. Le Galion arbeitete u.a. für Dior, entwickelt und produziert Düfte für das Modehaus - und der Ruhm wächst. In den 50er Jahren, der goldenen Ära französischer Düfte, in der einflussreiche, noch heute gültige Klassiker entworfen werden, entsteht auch Whip (1953) - oder besser gesagt der Vorläufer des heutigen Whip, das aber vermutlich oder vielleicht in Bezug auf Konzept und Komposition ähnlich gewesen sein dürfte, da auch der heutige Duft Spuren älterer Kompositionen der 50er und 60er Jahre in sich trägt, man denke nur an Green Water, Eau Sauvage, Chanel pour Monsieur und viele andere ähnliche, hesperidische, zitrische bzw. zitronatzitronebetonter (Patent auf dieses Wort liegt bei mir) Düfte.

Als Paul Vacher 1975 verstirbt, übernimmt zunächst seine Tochter das Haus und die Entwicklung seiner Düfte. Schließlich 1980 an einen amerikanischen Konzern verkauft, verschwindet der Name Le Galion bald von der Bildfläche, bis das Haus in diesem Jahr (2014) neu begründet wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Neugierig geworden (ja, ja, ich weiß, ich habe mich schließlich selbst der Anfälligkeit für Werbung überführt) habe ich mir ein Set der Herren- und Unisex-Düfte der Marke bestellt. Whip ist mein erster Testkandidat.

Ähnlich wie auch andere o.g. Düfte der golden Ära der 50er und 60er Jahre mischt sich der Zitroneauftakt sehr schnell mit milden Kräutern und einer blumigen Herznote, die mir hier weniger nach den genannten Jasmin und Iris zu duften scheint als nach blasseren Blümchen, z.B. Veilchen. Klassischerweise folgt die Basis mit Moos und Vetiver sowie Leder; soweit so gut, so klassisch, so angenehm - ähnlich wie bei Chanels Pour Monsieur, Faths Green Water, Monsieur Balmain, Diors Eau Sauvage und Eau Sauvage Extreme sowie anderen Düften dieser Ära. Man könnte fast sagen, dass der Duft im Schnittpunkt der o.g. Vertreter liegt: sehr nah an Monsieur Balmain (eher an der neuen, etwas schwächeren Fassung als an der alten, stärker moosbetonten Version), weniger frisch als Diors Eau Sauvage oder Faths Green Water, etwas weniger distinguiert als Chanels Pour Monsieur, das eher den konservativeren Gentleman im Mann betont.

Das aber, diese Unbestimmtheit, ist auch die Schwäche von Whip. Der Peitschenschlag bleibt sanft, ist nicht so spektakulär wie der Name vermuten oder hoffen ließe, ähnelt den o.g. und vielen anderen Vertretern, die ich wegen der großen Menge nicht alle aufzählen will, die man aber leicht in der entsprechenden Spalte der Duftgenealogie von Haarmann & Reimer im Netz finden kann - und wer eben einige der o.g. Düfte in seiner Sammlung hat, der wird sich zurecht fragen, ob er nun auch noch die sanfte Peitsche von Le Galion spüren will. So schön der Duft auch ist: ich will es nicht.
37 Antworten

Statements

25 kurze Meinungen zum Parfum
Eggi37Eggi37 vor 2 Monaten
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Strahlend heller Zitronenfreshie
Mit klassisch-krautigen Charakter
Sanft grün-herbe Töne
Weich-seifiges Moos
Hauch dunkel-warmes Leder
58 Antworten
AxiomaticAxiomatic vor 27 Tagen
10
Flakon
5
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Wer hat von der Zitronatzitrone genascht?
Keine Ausrede mit den Blüten!
Das sanfte Hinternversohlen ist politisch korrekt.
Böse Zitrone*
41 Antworten
JeobJeob vor 3 Monaten
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Hallöchen du freches Früchtchen
im Lederschurz
der du da so erfrischend selbstsicher
die Vetivergraspeitsche schwingst
auf deiner Moosdecke
39 Antworten
GoldGold vor 4 Jahren
7
Flakon
6
Sillage
4
Haltbarkeit
8.5
Duft
Whip me with the lemon whip, whip me, whip me. Ähnlich wie Monsieur Balmain, zitrisch-moosig, nur leicht ledrig. Ja, her mit der Peitsche.
6 Antworten
SebastianMSebastianM vor 5 Monaten
5
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Natürliche Zitrone, sehr elegant. Leder dezent, nicht zu weich oder glatt. Feinster Rauch. Keine Sauberduft-Banalitäten hier. Schön!
9 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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