Orage von Louis Vuitton
Flakondesign Marc Newson
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8.0 / 10 661 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Louis Vuitton für Herren, erschienen im Jahr 2018. Der Duft ist grün-frisch. Es wird von LVMH vermarktet. Der Name bedeutet „Gewitter”.
Aussprache
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Duftrichtung

Grün
Frisch
Holzig
Zitrus
Erdig

Duftnoten

VetiverVetiver BergamotteBergamotte PatchouliPatchouli AmbretteAmbrette IrisIris

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.0661 Bewertungen
Haltbarkeit
7.0616 Bewertungen
Sillage
6.6617 Bewertungen
Flakon
8.6582 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
5.6417 Bewertungen
Eingetragen von OPomone, letzte Aktualisierung am 18.05.2024.

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Rezensionen

25 ausführliche Duftbeschreibungen
9
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
DerDefcon

131 Rezensionen
DerDefcon
DerDefcon
Top Rezension 26  
Tropengras und das Drumherum
Geht es um frische Düfte, so distanziere ich mich nach und nach von jenen, die zu starke Duschgel-Assoziationen in mir hervorrufen. Synthetische Holzigkeit, Ambroxan und sonstige "Nettigkeiten", die so manche Duschgel-Kandidaten ausmachen, sind ab einer gewissen Dosis dann doch Grund für Missfallen und Ablehnung meinerseits. So kam es vor einigen Wochen sogar dazu - und das hätte ich zu Weihnachten 2018, als ich diesen Duft von meiner Ex-Freundin bekam, nie gedacht - dass ich mein "Bleu de Chanel (Eau de Parfum)" verkaufte, obwohl es mir gerade auf Arbeit nicht wenige Komplimente einbrachte. Doch was bringt mir positiver Zuspruch, bezogen auf das Olfaktorische, wenn ich mich über den Tag hinweg nicht zu einhundert Prozent wohl mit einem Duft fühle? Die Frage muss nicht wirklich beantwortet werden.

Nachdem Chanels Bestseller nun den Weg in neue, glückliche Hände fand, begann ich, das zuvor doch recht selten angerührte, dennoch sich in meinem Besitz befindliche "Guerlain Homme (Eau de Parfum)" zu benutzen und das vorzugsweise auf Arbeit.
Als Student arbeite ich natürlich nicht mehr Vollzeit. Das funktioniert nicht. Es sind vielleicht zehn Stunden pro Woche, welche ich in dem Unternehmen, das mich drei Jahre zuvor ausbildete, verbringe, um Matratzen, Kopfkissen, Oberbetten, Möbel, Bettwäsche, Dekoration und sonstigen Kram an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Kundenkontakt bedeutet, dass ich olfaktorisch ein sicheres Brett brauche, um keinesfalls anzuecken und mir das Verkaufsgespräch, in dem es gerne auch mal um vierstellige Summen geht, zu vermiesen, nur weil ich vielleicht das Bedürfnis hatte, exotisch zu duften. Solche Wagnisse kann ich mir in der Universität erlauben, aber halt nicht am Arbeitsplatz. Vielleicht wird mir der ein oder andere hier widersprechen. Ich habe da meine Meinung.

Ein solch sicheres Brett stellt "Guerlain Homme (Eau de Parfum)" zweifelsohne dar. Modern eingebetteter Vetiver ist etwas, was mir zusagt. Alleinstehenden und somit extrem dominanten Vetiver - Tom Fords "Grey Vetiver" ist hier ein gutes Beispiel - mag ich hingegen gar nicht. Der Verbund aus modernen Noten und dem von Parfümeuren so gerne verwendeten Süßgras, welches grün, dunkel, gerne auch rauchig und vor allem klassisch daherkommt, ist genau das, was ich mir unter einem schönen Alltags- und Arbeitsduft vorstelle. Bei dem von mir genannten Guerlain harmonieren Pfefferminze, Rum und florale Noten perfekt mit dem Vetiver. Bei Louis Vuittons "Orage" sorgen wiederum Bergamotte und Iris für jenes perfekte Zusammenspiel.

Nachdem ich euch nun über viele, viele Zeilen hinweg einen Teilabschnitt meines olfaktorischen Werdegangs - andere würden es als Reifung bezeichnen - schilderte, soll es nun aber auch wirklich um "Orage" gehen. Ich hoffe, ihr habt bis hierhin gelesen.

"Orage" beginnt deutlich heller als "Guerlain Homme (Eau de Parfum)". Statt dunklem Rum tritt die helle, äußerst saubere und beinahe schon stechende Iris in Erscheinung. Jedoch ist ihr Auftritt nicht ganz so offensiv wie in den Iriskrachern aus dem Hause Prada. Trotzdem überschattet ihr Dasein das dunkle Süßgras deutlich - zumindest zu Beginn. Auch die Bergamotte, etwas fruchtig-sauer daherkommend, lässt den Vetiver nicht gleich zu Beginn meine Nasenschleimhäute erobern. Erst im Laufe der Zeit weiß er sich zu behaupten und seine Mitstreiterinnen in die Schranken zu weisen. Unter "in die Schranken weisen" ist jedoch keine Dominanz zu verstehen. Viel eher existiert alles perfekt ausbalanciert nebeneinander. Der Bergamotte geht zwar von Stunde zu Stunde die Luft zunehmend aus, doch das macht nichts. Der Iris-Vetiver-Verbund genügt mir vollkommen. Dieses nicht zu dunkle, nicht zu rauchige und sehr reife Grün, das gelegentlich von der sauber-blitzenden Iris einen Wachrüttler verpasst bekommt, ist einfach herrlich belebend, ohne dabei nur "oberflächlich frisch" zu sein. Durch die äußerst angenehme Dosis an Vetiver besitzt der Duftcharakter schlussendlich besonders viel Tiefe und auch etwas Weiches, wodurch die gerne mal stark austeilende Iris ein wenig im Zaum gehalten wird und so das Gleichgewicht in der sehr reduzierten Duftpyramde bestehen bleibt. Hinzu gesellt sich irgendwann noch ein wenig Erdigkeit als das I-Tüpfelchen, welches wir dem Patchouli zu verdanken haben, der das moderne Vetiver-Iris-Konglomerat perfekt abrundet.

Von den Kleidungsstücken aus jenem, sich aktuell zunehmend dem Parfümmarkt zuwendenden Modehaus kann man halten, was man möchte. Was dessen Geldbörsen und Täschchen angeht, bin ich wohl eher weniger die Zielgruppe. Olfaktorisch sieht das aber schon wieder etwas anders aus, obwohl ich auch hier Puls, Atmung und Augenzwinker-Frequenz versuchen muss zu kontrollieren, bedenke ich, dass für 100ml überdurchschnittlich viel Geld verlangt wird. Bin ich bereit, dieses auszugeben und dann auch noch für einen frischen Duft, den man automatisch immer etwas stärker dosiert? Bin ich bereit, so viel Geld in die Hand zu nehmen, wenn ich doch schon einen tollen, modernen Vetiver-Duft aus dem Hause Guerlain besitze, der zudem ein ganzes Stück länger meiner Haut erhalten bleibt? Ich lasse diese beiden Fragen vorerst offen.
6 Antworten
1
Preis
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Flakon
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Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Farneon

106 Rezensionen
Farneon
Farneon
Top Rezension 25  
Ein Kommentar mit Umschweife zu einem perfekt arrangierten "Stadt-Land-(Fluss)-Duft"!
Orage bedeutet also Gewitter. Man liest ja so schnell "Orange" und ist dann vielleicht irritiert. Ein preisliches Gewitter ist es aber garantiert. Nicht dass jemand denkt, ich hätte mir nun 100 ml für 225 Euro gegönnt (ist nur eine Abfüllung).

+ + + + +

Da fragt man sich schon, warum der weltweit größte Luxusgüterkontern LVMH (Louis Vuitton - Moet Hennessy) ausgerechnet unter dem Namen der Koffer- und Taschenmarke seit einiger Zeit auch exklusive Düfte herausbringt. Immerhin gehören die Marken Acqua di Parma, Bulgari, Dior, Fendi, Givenchy, Guerlain, Kenzo, Loewe und Maison Francis Kurkdjian zum selben Konzern (für alle, die das noch nicht wussten).

Und nochmal kurz ausgeholt, denn was viele auch nicht wissen: Louis Vuitton selbst gilt als Erfinder des praktischen Reisegepäcks und wirkte im 19. Jahrhundert zunächst als Kofferpacker der französischen Kaiserin am Hof Napoleons III. Das nur mal so, für alle, die meinen, das sei ein Modedesigner gewesen wie Yves Saint-Laurent oder Christian Dior! ;-)

+ + + + +

Nun aber allen interessanten Unternehmensdetails zum Trotz zum Duft selbst: Der ist ziemlich linear (was ich prinzipiell mag) und besteht nur aus wenigen Zutaten (was ich prinzipiell auch mag). So wird man A) nicht unangenehm überrascht und ist B) in der Lage, einzelne Ingredienzien besser herauszuriechen. Wir haben es hier mit einer sehr gut gelungenen Mélange aus herb-zitrisch (Bergamotte), erdig-grün (Vetiver, Patchouli) und pudrig-schmeichelnd (Iris, Ambrette) zu tun.

+ + + + +

Hier (leider) wieder ein kurzer Einschub: Ambrette ist ein synthetisch hergestellter Moschusersatz, der dank seiner süßlichen Komponente auch an Amber erinnert, daher der Name. Er ist wohl gesundheitlich nicht unumstritten. Ambrette kann aber wohl auch als ätherisches Öl aus den Samen des sogenannten Bisamstrauchs hergestellt werden. Was genau hier vorliegt, vermag ich nicht zu sagen. Ob man das ohne genaue Angabe überhaupt kann, weiß ich auch nicht.

+ + + + +

Und wieder zurück zum Duft: Orage kommt nicht mit Blitz und Donner, aber er kommt. Entwickelt wurde er von Monsieur Cavalier-Belletrud, einem meiner Lieblings-Parfumeure, doch auch die haben für mich allesamt irgendwelche olfaktorischen Leichen im Keller, da sie ja mal in die eine und mal in die entgegengesetzte Richtung forschen und entwickeln (müssen)! ;-)

Orage ist jedenfalls ganz klar männlich und dabei sehr ausgewogen. Fans von Terre D'Hermes oder Encre Noir dürfte er aufgrund der erdigen Vetiver-Note in jedem Fall gefallen. Orage kommt originell daher, aber nicht mit brachialer Gewalt. Die Haltbarkeit ist für den Preis semi, während die Sillage die Umwelt nicht belastet! ;-) Eine gewisse Spritzigkeit bleibt dank der Bergamotte rundum erhalten, ein balsamisch angehauchter Puder gesellt sich hinzu und vertreibt die Härte, die manch andere holzige Düfte mit sich bringen.

Da hier aber so viele von Tropenwald oder Feuchtigkeit sprechen: Da lässt in meiner Nase eher der irreführende Name "Gewitter" grüßen. Denn ich selbst empfinde Orage als recht trocken und habe keinesfalls einen gerade verklungenen Regenguss im Sinn. Auch mit der Heu-Assoziation kann ich nichts anfangen, denn leicht muffelig-feucht riecht hier nichts für mich.

Es ist mir eh immer ein Rätsel, wie viele immer auf den Namen eines Duftes "hereinfallen" und das darin Enthaltene auf Teufel komm raus miteinander verbinden wollen und sogar können. Amen, ich sage euch: Das ist einfach nur Marketing in 80 Prozent der Fälle! ;-) Nichtdesrotrotz ist Orage für mich (!) ein toller und nicht zu extrem komponierter Duft, der Innenstadt und Waldrand (ich darf ja auch mal eine Assoziation loswerden) perfekt miteinander vereint.
4 Antworten
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Flakon
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Sillage
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Haltbarkeit
8.5
Duft
3lbows

66 Rezensionen
3lbows
3lbows
Top Rezension 24  
Sturm im Flakon oder: Wie riecht eine nasse Straße?
Als Parfumo verbringt man ja viel Zeit mit der Recherche zu Düften, und so baut sich vor dem Eintrudeln der heißersehnten Abfüllung oftmals eine gleichermaßen differenzierte wie detaillierte Erwartung auf, die dann nicht selten bitter enttäuscht wird.
Nicht so bei Orage .
Kühlende Nebelschwaden im Tropenwald, haben sie gesagt.
Wie heisser Asphalt kurz nach einem Platzregen, haben sie gesagt.
Der spannungsgeladene Duft unmittelbar vor einem Gewitter, haben sie gesagt.
Und so kam es dann auch. Was einem hier an 4D-Kopfkino geboten wird, ist schon enorm. Es gibt ja viele Parfums, die Momente oder Materialien fotorealistisch abzubilden vermögen. LV´s Orage ist für mich aber der ungeschlagene König in dieser Diziplin.
Petrichor – zusammenfassend und vereinfacht könnte man sagen der Duft, den die ersten Regentropfen nach längerer Trockenheit aus dem Boden freisetzen, sowie Ozon, das riechende Gas, welches durch elektrische Entladungen in der Gewitterluft vermehrt entsteht, erzeugen diesen typischen Duft eines aufkommenden Unwetters (französisch: Orage), den wohl jeder von uns kennt. Neben frisch gemähtem Gras, welches ich ebenso in diesem Duftwasser von Louis Vuitton wahrnehme, wenn auch nicht so prominent wie in Sur la Route, für mich einer der prägenden Gerüche meiner Kindheit.
Jacques Cavallier gelingt es, Patchouli – mir bis dato eigentlich eher als fixative Komponente in etwas schwereren Düften wie Guerlain´s l'instant de guerlain pour homme bekannt – gekonnt zu einer prickelnd-frischen, ja elektrisierenden Melange zu komponieren, die genau dieses oben genannte Dufterlebnis einfängt.
Obwohl der Duft nicht ohne Hesperidien (hier: Grapefruit und Bergamotte) auskommt, sind diese nur Nebenakteure, denn die Frische trägt eindeutig Patchouli, unterstützt von Vetiver und ja – einer ordentlichen Portion ISO-E Super. Das Resultat ist eine intensive Erfahrung ähnlich dem Eintauchen in´s Wasser nach einem beherzten Sprung vom 10er.
Im Drydown bleibt Orage hellholzig und grün – keine Spur von der Muffigkeit, die Patchouli so oft nachgesagt wird. Lediglich das ISO-E scheint etwas länger zu halten als die anderen Komponenten. Vor allem die zitrischen Noten sind nun kaum mehr wahrnehmbar, so dass die späte Basis etwas kratziger, aber nie wirklich unharmonisch oder unangenehm wird.
Deswegen mag Orage einigen etwas synthetisch erscheinen, obwohl sich mir diese Empfindung wegen der Naturnähe des Duftmotivs nicht erschließen mag. Generisch, gewöhnlich oder unbesonders ist Orage keinesfalls. Obwohl der Duft nicht wirklich komplex ist und eher linear verläuft, wirkt die Komposition aufgrund der verwendeten Ingredienzen hochwertig.
Im Grunde ist Orage ein Sommerduft, passend zu vielen Gelegenheiten, von Büro bis Freizeit. Vielleicht nicht gerade für die Abendgarderobe, aber sei´s drum – erlaubt ist, was gefällt. Versatil ist er, und auch Haltbarkeit und Projektion passen. Einen Arbeitstag wird man damit locker über eine Armlänge wahrgenommen. Mehr brauche ich als Ü40 auch nicht mehr.
Vetiver Patchouli kommt dem Vuitton wohl am Nächsten, es fehlen aber die zitrischen Noten, so dass der Montale einen Ticken muffiger und erdiger wirkt, und auch die Qualität ist nicht auf Augenhöhe mit Orage. Wem die Richtung allgemein gefällt, der sollte L'Homme Idéal Cool noch einmal unvoreingenommen testen. Nicht nur, dass dessen Pyramide einige Kernbestandteile mit Orage teilt. Der Guerlain fügt dem Thema die für die Homme Ideal Linie typische Mandelsüße und Minze hinzu, was hervorragend zur DNA passt. Die fotorealistische Gewitterassoziation geht dabei aber verloren.
Preis/Leistung ist ein leidiges Thema. Ich kann nur so viel sagen: Wer Geld für Orage in die Hand zu nehmen bereit ist, und wem die Richtung zusagt, der wird in keiner Hinsicht enttäuscht. Es macht aber sicher Sinn, den Duft vorher abzufüllen.
6 Antworten
9
Flakon
6
Sillage
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Haltbarkeit
8.5
Duft
FabianO

1005 Rezensionen
FabianO
FabianO
Top Rezension 22  
Feuchtes Gras, regenwaldartige Witterung - erfreulich kühl-grüner Sommer-Subtiler
Ja, die Louis-Vuitton-Düfte scheinen mein Fall zu sein. Nachdem ich von dem feinen, in seiner grün-grasig-frischen Machart besonderen "Sur la Route" schon eine zweite Abfüllung gekauft hatte, überzeugt mich nun auch dieser "Gewitter"-Duft.

Es gelingt Cavallier-Belletrud, eine recht schwebende, grüne, regenwaldartige, feuchtkühle(nde) Atmosphäre zu erschaffen, die im Gegensatz zu vielen anderen, eher drückend-schweren Vetiver-Parfums sehr lässig daherkommt (und darin übrigens dem "Sur la Route" durchaus ähnelt).

Etwas zitrisch-lebhafte Bergamotte, viel Vetiver und ein wenig pudrig-florale Iris ergeben ein sommertaugliches, unaufdringliches, zwischen feuchtem Gras und nassen Steinen changierendes Aroma, das nach hinten heraus durch eine Idee Patchouli dezent erdige Nuancen verliehen bekommt.

Insgesamt stimmig und rund, darf gerne neben meinem anderen Vuitton-Röhrchen im Schrank verweilen. :-)

5 Antworten
10
Flakon
7
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7
Haltbarkeit
9.5
Duft
Atanarjuat

32 Rezensionen
Atanarjuat
Atanarjuat
Top Rezension 19  
Stille Wasser sind tief – auf der Suche nach dem Grünen

Ich war sehr neugiergig auf die neuen Düfte aus dem Hause Vuitton, hatte es erst unlängst Parfüms für Damen und Mitte 2018 für Männer wieder auf dem Markt gebracht.
Erste Statements und Kommentare hier auf Parfumo machten mich nicht minder erwartungsvoll und ich ließ mir einige Abfüllungen aus dem Souk zukommen. Durch die Bank offenbarte sich ein für meine Nase sehr feines und erlesenes Angebot.

„Sur la Route“ ist schön grasig, „Au Hasard“ recht holzig, auch „L´Immensité“ gefällt mir gut, den muss ich allerdings noch etwas ausgiebiger testen – auf jeden Fall schön frisch. Zwei weitere Düfte entsprachen nicht meiner Suche nach einem grünen Duft: „Nouveau Monde“ und „Ombre Nomade“ sind eher schwere Brocken, wenn auch nicht minder der gehobenen Kategorie entsprechend.

Meine letzte Probe war dann „Orage“. Die Duftnoten lesen sich sehr grün und auf diese Probe war ich auch wirklich sehr gespannt.

Ein grüner Nebelschleier weht dir entgegen, recht kraftvoll. Du gehst quasi geradewegs in deinen Sillagewald, riechst feuchte Pflanzen, vom Nieselregen benetztes Blattwerk. Besonders schön empfinde ich dabei einzelne Sprenkel von der Bergamotte – um bei dem Bild zu bleiben: ab und an trifft dich einer dieser Regentropfen durch die Baumkronen direkt auf deinen Kopf. Erfrischend!

Zunächst bleibt der Eindruck eines recht linearen Duftverlaufs, für mein Dafürhalten wird der Duft jedoch mit der Zeit immer ein wenig heller. Zu Beginn noch grün-holzig-erdig (Vetiver, Patchouli), lässt er zitrischen Bestandteilen immer mehr Raum, auch die Iris kommt ans Licht. Als hätte man eine Lichtung – oder wieder aus dem dichten Wald – (heraus)gefunden. Es umspielen sich Kontraste, die in Gänze doch sehr schön zusammenpassen. Grün in jedem Fall.

Dieser Duft ist für mich der interessanteste Duft 2018. Er ist so ein wenig Die-Liebe–auf-den-zweiten-Blick – wenn „Sur la Route“ und „L´Immensité“ vermeintlich schneller mit ihren Kopfnoten punkten, ist Orage wahrlich nicht das hässliche Entlein, aber ganz bestimmt das stille und tiefe Wasser.
6 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

187 kurze Meinungen zum Parfum
TherisTheris vor 4 Monaten
7
Flakon
5
Sillage
6
Haltbarkeit
7.5
Duft
Nimmst Erde
Aus dem Grase
Spürst die Frische
Das Zitronige
In der Nase
Wie Iris die Blüten zeigt
Mit zartem Puder
Die Wolken vertreibt
33 Antworten
JonezJonez vor 1 Jahr
10
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Graue Gewitterwolke
Platzregen aus Vetiver und Bergamotte,
sickert in erdigen Patchouliboden
Irisblumen wachsen empor,
das Wetter klart auf
37 Antworten
VerbenaVerbena vor 4 Jahren
9
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
Der Himmel zuckt,
die Pauke grollt,
das Gras verneigt sich vor dem Winde,
Hagel körnt aus Bergamotten,
die Hitze flieht ins Nirgendwo.
15 Antworten
MefunxMefunx vor 5 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Terre d'Hermès bei humidem Klima neu gedacht. Warm, dampfig & weichgezeichnet, mit Jasmin & Anis im pfeffrig-zitrischen Süßgras. Gelungen.
5 Antworten
Zauber600Zauber600 vor 6 Jahren
10
Flakon
6
Sillage
0
Haltbarkeit
9.5
Duft
Pudrig-grün-holziger, trotzdem frischer Patchouli-Vetiverduft: Eher die Ruhe nach dem Gewitter als die Urgewalt.
"Tempo"? Nöö.
Hat was.
2 Antworten
Weitere Statements

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Torten Radar

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