Sir - Irisch Moos Eau de Toilette

Sir - Irisch Moos (Eau de Toilette) von 4711
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6.8 / 10 146 Bewertungen
Ein Parfum von 4711 für Herren. Das Erscheinungsjahr ist unbekannt. Der Duft ist grün-würzig. Es wird von Mäurer & Wirtz vermarktet.
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Duftrichtung

Grün
Würzig
Frisch
Holzig
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
BergamotteBergamotte grüne Notengrüne Noten OrangeOrange RosmarinRosmarin ZitroneZitrone KorianderKoriander
Herznote Herznote
RosengeranieRosengeranie ZedernholzZedernholz GewürznelkeGewürznelke LavendelLavendel
Basisnote Basisnote
MoosMoos PatchouliPatchouli TonkabohneTonkabohne
Bewertungen
Duft
6.8146 Bewertungen
Haltbarkeit
7.2126 Bewertungen
Sillage
7.0124 Bewertungen
Flakon
6.1136 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
8.575 Bewertungen
Eingetragen von ExUser, letzte Aktualisierung am 25.04.2024.
Variante der Duftkonzentration
Hierbei handelt es sich um eine Variante des Parfums Sir - Irisch Moos (Eau de Cologne) von 4711, welche sich in der Duftkonzentration unterscheidet.

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Rezensionen

15 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Yatagan

396 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 83  
Warum Du diesen Duft an Silvester auf keinen Fall tragen solltest!
Achtung: Lesen Sie nur weiter, wenn Sie Ironie verkraften können!

Du solltest diesen Duft an Silvester auf keinen Fall tragen, weil er nicht viel kostet - und was billig ist, kann schließlich nichts wert sein und wird deine Freunde deshalb mit Sicherheit nicht beeindrucken! Überdies passt er nicht zu deinem neuen SUV und das wäre ja das Mindeste!

Du solltest diesen Duft an Silvester auf keinen Fall tragen, weil der Flakon so schrecklich billig wirkt, - nicht mal ein bisschen retro -, und er deshalb deiner Freundin auf keinen Fall gefallen kann: Er passt nämlich nicht zu ihrem neuen Gucci-Fummel und wenn Du ihn in ihrem Bad platzierst, wird sie dich schlimmstenfalls noch vor der Silvesterparty rausschmeißen.

Du solltest diesen Duft an Silvester auf keinen Fall tragen, weil er nicht nach grünem Apfel, synthetischem Oud und Safran riecht und Du deshalb bei deinen neuen Freunden sofort unangenehm auffallen würdest: so wird das nichts mit der Corporate identity im Luxusclub!

Du solltest diesen Duft an Silvester auf keinen Fall tragen, weil die Haltbarkeit unter 6 Stunden liegt und Du deshalb eine ganze Flasche verbrauchen müsstest, um mit den neuesten Düften deiner Freunde und Freundinnen mithalten zu können. Spätestens ab Mitternacht riechst Du nämlich nach NICHTS mehr.

Du solltest diesen Duft an Silvester auf keinen Fall tragen, weil die Sillage nur deinen Nachbarn auffallen würde, Du aber den ganzen Club beduften möchtest. Spätestens jetzt hat sich die Entscheidung sowieso erledigt.

Du KANNST diesen Duft an Silvester tragen, wenn Du einem alten Klassiker den Vorzug geben möchtest, in den letzten Jahren bereits Pour Un Homme de Caron (1934) Eau de Toilette, Pour Monsieur Eau de Toilette, Eau Sauvage Eau de Toilette und ähnliche unauffällige Altherrendüfte getragen hast und nicht mehr weißt, was sonst noch in Frage käme. Vielleicht wäre das nicht mal eine schlechte Wahl: knarzige, würzige und waldige Fougère-Düfte sollen ja bald wieder angesagt sein - und vielleicht bist Du dann der erste, der diesen neuen Trend bemerkt, und kannst es bei Instagram posten.

Allen Klassik-Fans, Nischenduft-Träger:innen, Mainstream-Liebhaber:innen und Drogerie-Connaisseuren sowie allen sonstigen liebenswerten Menschen auf Parfumo wünsche ich einen schönen Altjahrsabend und ein gutes und gesundes Jahr 2024!

Euer Yatagan
108 Antworten
6
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Salva

78 Rezensionen
Salva
Salva
Top Rezension 45  
Wie die Landschaften Irland’s...
Grüne Wiesen, steile Klippen, weiße Schafe, charismatische Pubs, fröhliche rothaarige
Menschen... Dies sind wohl die typischen Assoziationen, die man hat, wenn man an den Inselstaat Irland denkt...

Ein stolzes Land mit langer Geschichte, traumhaft schöner Natur, hoch interessanter (eigener) Sprache... Ein Land, das u.a. „Die grüne Insel“ genannt wird... Und Grün wie das Land ist auch dieser Duft; sowohl der Flakon, als auch sein Charakter...

Und ich bin sehr glücklich ihn entdeckt zu haben, so dass ich nun einen Kommentar verfassen muss, obwohl ich vor einigen Tagen bereits ein kurzes Statement niederschrieb...
[...]

Wenn ich in meiner Drogerie des Vertrauens (heißt wie ein bekannter Fußballspieler, oder auch wie der am häufigsten vorkommende Nachname im deutschen Sprachraum) regelmäßig meine kleinen Besorgungen erledige, schlendere ich immer wieder mal gemütlich zu den Regalen mit all den bezaubernden Flakons... Ein besonderer Wohlfühlmoment, den wir hier wohl alle kennen, schätzen und lieben... So wie vor ein paar Tagen wieder...

Diesmal ging ich zu allererst in die Ecke mit den sehr günstigen Schätzen. Diejenigen, die leider viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Dort erhaschte mein Blick sofort einen kleinen grünen Flakon...
„Sir Irisch Moos“, sah ich auf dem schlicht gehaltenen Fläschchen und der Verpackung lesen und hatte gleich bestimmte Bilder vor Augen: „Na der wird wohl so riechen, wie er aussieht“, sagte ich mir und sprühte mein Handgelenk ein...

„Oh wow, wie gut ist er denn?!“, staunte ich über diesen Grünling. Ein super aromatischer, frisch-würziger Start schoss mir in die Nase. Ein Start aus zitrischer Bergamotte, intensivem Koriander und würzigem Rosmarin. Dieser gefiel mir so sehr, dass ich gleich wusste, den kaufe ich mir. Und als ich den Preis (9,99€ für 50ml) sah, dachte ich erst an einen Scherz. Ich fragte ungläubig die überaus freundliche Verkäuferin und erkundigte mich nach einem 100ml-Flakon, doch hatten sie ihn nur in 50ml, was ich aber halb so tragisch fand. Denn bekanntermaßen braucht man für größere Mengen mehr Zeit, ehe man diese aufgebraucht hat (bzw. bis man sie überhaupt mal leer bekommt...).

Wenn man aber jetzt denkt, der Duft ist ein sogen. „Kopfnoten-Fänger“ (auch wenn ich selber mich von ihr beeinflussen ließ), dann liegt man falsch. Denn gleich nach diesem tollen Beginn schwingen neben den würzigen Noten (Nelke kommt ebenfalls hinzu) die ersten grünen und holzigen Akkorde mit, die den Duft zu einem kraftvollen und - in meinen Augen - natürlich-frischen kleinen Juwel machen.
In der Mitte gesellt sich nämlich zum einen Zedernholz, und zum anderen Lavendel hinzu. Letzterer bildet zusammen mit dem Rosmarin eine herb-krautige Einheit und verleiht somit dem Duft diesen schönen waldig-blumigen Touch. Hierdurch bekommt er dann auch seinen sogen. 'Fougère-Vibe'.
Moos, wie der Name des Duftes ja impliziert, rundet das Ganze eben schön erdig-moosig ab. Von Patchouli und Tonkabohne nehme ich persönlich zum Glück nichts wahr, denn die würden dem Kerncharakter dieses Dufts nur unnötigerweise in die Quere kommen. So behält er nämlich seine grün-aromatische Hauptrichtung.

Zu Beginn könnte ich mir vorstellen, dass er einigen ein wenig zu harsch und intensiv daherkommt, doch zur Basis hin wird er insgesamt geschmeidiger.

Die Haltbarkeit ist mit 5h (auf meiner Haut) denke ich für einen solch lächerlich günstigen Duft ziemlich beachtlich und auch ausreichend. In der ersten Stunde füllt er schon stark den Raum wie ich finde, ehe er sich dann zügig zurückzieht und noch hautnah wahrgenommen wird.

Meines Erachtens passt er wohl am besten in die Zwischensaisons, sprich Frühling oder Herbst. Für den Sommer wäre er mir etwas zu herb und würzig, im Winter könnte man ihn aber auch problemlos tragen.
Auf Anlässe bezogen würde ich sagen der geht immer, aber bevorzugt wohl tagsüber.

Fazit:
Ich habe ihn nun die Tage stets getragen und finde ihn so toll, dass ich immer noch nicht aus dem Staunen rauskomme. Während ich diesen Kommentar verfasse, schnüffele ich immer wieder am Sprühkopf... Meine ursprüngliche Bewertung von 8,5 habe ich inzwischen auf 9 angehoben, da er mir so gut gefällt und er dies - in meinen Augen - in allerlei Hinsicht verdient.

Spötter würden vielleicht abwertend sagen oder denken: „Ne, das ist doch ein Drogerie-Wässerchen, teste ich nicht...“
Nun, wenn auf dem Flakon MFK, PdM, Chanel o.ä. stehen würde, dann bekäme er garantiert viel mehr Aufmerksamkeit. Das „Spielchen“ kennen wir ja alle...

Wie dem auch sei, ich bin einfach froh, ihn entdeckt und gefunden zu haben, da ich ohnehin länger nach einem Grünling dieser Richtung Ausschau hielt...

Authentisch, bodenständig und in sich ruhend ist dieser Sir. Ein sehr natürlich riechender, aromatischer, holzig-würziger „Grün-Duft“, der auf meinem Regal neben meinem Amouage und den beiden Creeds eine tolle Figur macht.
So toll, dass er ggfs. sich ein Bier rausholt, und wie ein waschechter Ire sie unter den Tisch trinkt, wenn er denn möchte. Aber dies hat er nicht nötig, denn ein SIR braucht sich selber und niemand anderem etwas zu beweisen...

Ach ja, noch was: Dieses „Drogerie-Wässerchen“ kommt ziemlich gut beim anderen Geschlecht an, was ich auf die erhaltenen Feedbacks in den paar Tagen zurückführe... Ich erwähne dies ausnahmsweise mal, weil sich hier ja nicht wenige trollige und testosterongesteuerte Geschlechtsgenossen herumtummeln, die besonders im Ticker ihr Unwesen treiben, dort stets über die Aventusse und Laytons dieser Erde philosophieren und denen ja vor allem die überlebenswichtigen „Läjdis-Rijäktschens“ sehr am Herzen liegen... Bitteschön...

Nun denn, wollte das ein einziges Mal hier erwähnt haben...

[...]

Dankeschön an alle, die mitgelesen haben!
29 Antworten
5
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
8.5
Duft
Pluto

348 Rezensionen
Pluto
Pluto
Top Rezension 50  
Nachbarn......
Vor einiger Zeit sah ich im Gäste WC bei Bekannten einen Flakon Irisch Moos, noch im alten Flakon, also stand dieser Duft schon eine Weile hier. Die Bekannten sind ebenfalls nicht mehr neu. Ich schraubte den Verschluss auf und schnupperte vorsichtig, dann tief mit der Nase einatmend, wie wunderbar ist der denn?! Aufgelegt hab ich Irisch Moos dann doch nicht, ich wollte mir meinen Tagesduft nicht übertönen. Viele Erinnerungen strömten mir durch den Kopf, ich dachte an meinen Onkel und den Nachbarn meiner Eltern, lange her. Mein Onkel benutzte Irisch Moos (hieß er nicht früher nur Sir?) als After Shave. Parfümtragende Herren wurden auch in den 70er und 80er Jahren von der älteren Generation eher schräg angesehen, entweder waren sie tuckig oder Lebemänner, ein ganzer, hartarbeitender Kerl durfte höchstens Kernseife benutzen, Deo und After Shave setzten sich langsam durch. Der Nachbar meiner Eltern fiel in die Kategorie Lebemann oder besser gesagt, er hielt sich für einen. Im Stadtteil nannte man ihn den Eierdieb, es gab verschiedene Versionen, wie er zu diesem Spitznamen kam, welche die richtige war, hab ich nie erfahren. Er zog mit seiner Frau ins Haus ein, als er schon in Rente war. Jeden Morgen um Punkt 11:00 Uhr verließ er das Haus, eingehüllt in einer Wolke Irisch Moos, mit weißem Hemd und Krawatte, die Anzugjacke lässig über die rechte Schulter gelegt, eine Zigarette im Mundwinkel. Aus der Ferne wirkte er wie ein stattliches Mannsbild, kam man ihm näher, sah man den Verfall. Die frische Farbe ihm Gesicht kam von den geplatzten Äderchen, sein Blick war unstet, die Zähne gelb, die Haare hätten öfter mal einen Schnitt gebraucht (dies bemerkte besonders mein in der Beziehung überaus pingeliger Vater) und sein Small Talk beschränkte sich auf joviale oder zotige Sprüche und anzügliche Witze. Gegen 13:00 Uhr kam er angeschickert zurück und verlangte lautstark sein Essen, dann war Pause… Um 17:00 Uhr ging er wieder los, dann kam er nicht nur angeschickert zurück, sondern „voll wie 1000 Russen“ meinte die Nachbarin im Parterre. Oft schaffte er die 3 Etagen nicht mehr, blieb auf den Stufen liegen und schrie nach seiner Grete. Mein Vater zog ihn einige Male nach oben, seiner Frau zuliebe, die ihm Leid tat. Grete konnte erst ins Bett gehen, wenn er schlief, aus Angst, er würde die Wohnung mit seinen Zigaretten abfackeln. Der Wohnzimmertisch war voller Brandflecken, ich konnte ihre Sorge gut verstehen. Überhaupt hatte sie nichts zu lachen, musste sehr sparsam leben, vom Großteil der Rente lebte der Kneipenwirt an der Ecke. Einige Male kam ich auch in den Genuss, ihm hochzuhelfen, diese Duftmischung aus Irisch Moos, säuerlichem Schweiß, kaltem Rauch und Schnaps hat mir die Freude an dem Duft eine ganze Weile vertrieben.

Diese Woche stromerte ich durch die Parfümerieabteilung und sah ganz unten (Bückware) im Regal eine Reihe Irisch Moos Flakons. Etwas versteckt fand ich noch einen Tester. Ich war nicht mehr im Kaufhof, sondern im tiefsten, dunkelgrünen Tannen- und Kiefernwald, das Harz tropft an den Kiefern hinunter, der Boden ist samtig mit Moos und Sägespänen bedeckt, hier und da lugen ein paar Kräuter durch den Waldboden. Wer den Duft von Gewürznelke, Moos, Tannenwald und Lavendel liebt, es aromatisch und herb mag, kommt um diesen Duft nicht herum. Dabei sticht keine Note besonders hervor, alles vereint sich zu einem harmonischen Waldduft. Sillage und Haltbarkeit liegen im mittleren Bereich und tragbar find ich den zu jeder Jahreszeit. Der Duft ist männlich, kein Zweifel, trotzdem oder gerade deswegen würde ich ihn auch tragen. Ich kauf den, das ist sicher, der geht in die Sammlung „Herr Pluto und ich“. Egal wer ihn trägt, ich hab auf jeden Fall etwas davon.

Ach, Grete hat ihren Lebemann um fast 10 Jahre überlebt, das hat sie sich gewünscht. Und alle ihre Nachbarn haben dafür gebetet. Trotz bescheidener Witwenrente konnte sie sich zweimal im Jahr einen kleinen Urlaub gönnen, davon hatte sie 40 Jahre geträumt.
26 Antworten
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Unchaned

10 Rezensionen
Unchaned
Unchaned
Top Rezension 26  
Sportstunde und 'Smoke on the Water'
Die Schulglocke hatte schon zum zweiten Mal geläutet, als Jonas noch auf dem Weg zur Turnhalle war. Jetzt aber schnell, man. Der volle Turnbeutel knallte bei jedem Schritt gegen seine Beine und machte das Laufen nicht leichter. Wenn er zu spät kommt, gibt’s wieder einen Anschiss vom Schmidt, und das wäre dann in dieser Woche schon der zweite. Einen hatte er sich schon in Bio eingehandelt. Jonas hasst Bio.
Aber er schafft es noch gerade eben. Heute ist Turnen am Barren angesagt. Na ja, das geht. Mit seiner guten Koordination und Geschmeidigkeit kein Problem für ihn. In Gedanken war Jonas sowieso schon längst bei Leonie. Um 16 Uhr Gitarrenunterricht, wie jeden Mittwoch. Heute wollte er es endlich packen. Smoke on the Water. Letzte Woche saßen die Akkorde noch nicht und Leonie meinte in ihrer immer gleichbleibend freundlichen Art: „Ach, das macht doch nichts. Das ist wahrscheinlich noch zu früh für dich“. Ha, von wegen. Leonie, die Tochter von guten Bekannten seiner Eltern, die ihn erst seit kurzem unterrichtete. Papa hatte ihm zum 12. Geburtstag seine Alte Fender geschenkt und Jonas war stolz wie Bolle. „Du musst jetzt aber auch anfangen zu üben. Das wird sonst nix“, meinte Papa noch.
Leonie, 5 Jahre älter als er. Mit ihren langen, blonden Haaren und den wasserblauen Augen. Und dieser sanften Stimme. Und sie riecht immer so gut. Ein zarter, unaufdringlicher Duft. Ein bisschen wie der Puder, den Mama manchmal benutzt.
Die Schlappe von letzter Woche konnte er jedenfalls nicht auf sich sitzen lassen. Das ganze vorige Wochenende hatte er geübt, selbst seine Eltern wunderten sich schon. Und heute würde er es bringen. Ganz sicher. Nur gleich noch mal schnell nach Hause und kurz die Griffe wiederholen. Leonie würde Augen machen!
Nach der Sportstunde muss alles schnell gehen. Duschen muss ausfallen diesmal, die Zeit wird sonst zu knapp. Während die meisten seiner Schulkollegen unter die Duschen hüpfen, nestelt er ein kleines Fläschchen aus seinem Rucksack. ‚Sir Irish Moos‘ liest er auf dem Etikett. Mama hatte letztens ein Körbchen mit alten Parfümproben und Minifläschchen aus einer hinteren Schrankecke gezogen und einiges aussortiert. „Hier, das ist was für Jungs, probier‘ doch mal“, hatte sie zu ihm gesagt und ihm 2 Miniflakons in die Hand gedrückt, diesen und einen anderen, dessen Namen er sich erst gar nicht erst gemerkt hat. Er hatte sie gleichgültig ihr zuliebe angenommen, was sollte er auch mit dem Zeug.
Doch dieses kleine Fläschchen hatte er sich noch morgens in die kleine Rucksacktasche gepackt. Es war ja Leonie Tag, vielleicht könnte man das noch brauchen.
Ungeduldig reißt er jetzt den kleinen Verschluss ab. Er riecht kurz an der Öffnung. Hm.. nicht schlecht, irgendwie frisch. Und nun? Wie kriegt man die Flüssigkeit daraus? Geht ja wohl nur schütten. Mit ungelenken Bewegungen kleckert sich Jonas den Duft auf sein Shirt und auf den Hals bis über die Schultern. Sofort breitet sich eine alkoholische Fahne aus, dicht gefolgt von der krautig-grünen und herben Kopfnote. Au, schon alle. Die Wolke dehnt sich aus. Und bleibt natürlich nicht unentdeckt in der engen Umkleide. Paul, der Klassenclown, hat es natürlich zuerst entdeckt. „Hä“, was riecht hier so.. oohh, seine Augen runden sich, „der Jonas nimmt Parfü-üm, der Jonas nimmt Parfü-üm. Der Jonas hat was vo-hor, der Jonas hat was vo-hor.“ Tönt er mit schriller Stimme, wie ein Affe durch die Umkleide springend. „Ey, Mr. Jones, du riechst korrekt wie mein Alter“, kommt von Mustafa, der etwas älter ist als die anderen und sogar schon im Stimmbruch ist.

Inzwischen hat sich das EdT verdichtet. Den anfänglich frischen, krautigen Noten gesellen sich wärmere hinzu, die auch einen Hauch Lieblichkeit beisteuern. Ein wenig Rosengeranie und die wärmende Nelke federn den Duft sanft ab und In eine sanft würzig-frische Wolke gehüllt, tritt Jonas auf die Straße. Zur Bushaltestelle sind es nur wenige Meter. Er steuert selbstvergessen darauf zu, während er sich fragt, woran ihn der Duft erinnert. Ah ja, an Omas Campingplatz.. ein Stück die Wiese runter verläuft ein kleiner Bach. Wie oft hat er da schon im Sommer gespielt, wenn sie Oma auf dem Platz besuchten. Die Luft dort riecht auch immer so besonders. Nach allerlei Grün, was dort wächst, teilweise im Schatten der Bäume. Und nach Wasser, das über moosbedeckte Steine läuft. Frisch und auch etwas erdig, ein tiefer aromatischer Duft,. Ob die das da hernehmen? Oder aus einem anderen Bach und dann einfach abfüllen? Aber etwas von diesem Kräuterschnaps ist auch drin, den Oma oft ihren Besuchern anbietet. Deshalb auch der Alkoholgestank am Anfang. Ja, so muss es irgendwie sein, entscheidet Jonas.

Seine Aufregung hat sich gelegt. Eine entspannte Stimmung hellt langsam sein Gemüt auf. Ja, die Leonie. Die ist schon cool – aber soo cool nun auch wieder nicht, denkt er und strafft seine Schultern und reckt das Kinn ein wenig höher. Ich bin ja schließlich auch ganz schön cool. Da biegt der Bus schon um die Ecke und hält. Heute wird alles super laufen, denkt er noch und steigt ein.
17 Antworten
10
Preis
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Flakon
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Sillage
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Haltbarkeit
10
Duft
MonsieurRoy

5 Rezensionen
MonsieurRoy
MonsieurRoy
Hilfreiche Rezension 21  
Mein WERTVOLLSTER Duft.

Sonntag — mein Großvater ist wie immer morgens im Bad. Er wäscht und rasiert sich sein schon vom Wind und Wetter gegerbtes markantes Gesicht, das voller Lebenslinien und manchmal auch Sorgen ist, und anschließend greift er wie immer nach einer auf dem Regal stehenden smaragdgrün schimmernden Flasche — nach seinem geliebten „Irisch Moos“.

Er nimmt mich an der kleinen Hand und wir fahren wie so oft, an den Starnberger See und wir sehen die vielen schönen bunten Boote und die kleinen Segelschiffe am hellen, sonnendurchfluteten Ufer. Und ich liebe den Sommerwind auf meinem Gesicht.

Die Sonne scheint und mir ist warm. Ich bekomme ein Eis und meine kleine und junge Seele ist glücklich. Ich gehe neben ihm her und sein wunderbarer Duft erfüllt die warme, flirrende Luft. Ein schöner Ausflug, wie so viele von ihnen zuvor, und ich habe meine wertvollsten Erinnerungen an ihn und an dieses schöne männliche Rasierwasser, das nach einem nächtlichen, warmen Frühlingsregen, frischem Moos, Erde und Wald — so wunderschön duftet.

Er war mir wie ein Vater, den ich niemals hatte. Dankeschön für alles Väterchen. — Heute wäre Dein Geburtstag. — Ich liebe und vermisse Dich so sehr.

Nun halte ich ein Stück von ihm in meinen Händen und alle wunderbaren Erinnerungen in meinem törichten, jungen Herzen.

Und warum muss man alles, was man so sehr liebt, am Ende doch verlieren.

„Die bittersten Tränen am Grabe sind die
über ungesagte Worte — und ungezeigte Liebe“
4 Antworten
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Statements

50 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 6 Monaten
Verdamp lang her
Wie der Vater, elegant gekleidet
In der Stube
Moosfrischherbe Aura verbreitend
Die Adventskerze anzündete
As time goes by +
42 Antworten
YataganYatagan vor 5 Monaten
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Kult seit 1969: Vater der deutschen würziggrünen Rasierwässer mit Lavendel, Kräutern, Patchouli, Tonka und Moos: mèhr Fougère geht schwèr!
26 Antworten
ErgoproxyErgoproxy vor 3 Monaten
5
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Überraschend gut. Klassisch, sehr grün im Auftakt, herbfloral im Mittelteil, moosig erdig im Ausklang. Wird schnell dezent, hält passabel.
51 Antworten
SalvaSalva vor 4 Jahren
6
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Wie gut bist 'n Du Bitteschön?
Frisch-grün würziger Fougère.
Getestet u. gekauft, für schlappe 9,99€!
Bin wirklich hellauf begeistert!
20 Antworten
AxiomaticAxiomatic vor 2 Jahren
6
Flakon
9
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Hans Albers und Gustaf Gründgens torkeln im Maibowle-Rausch die Landungsbrücken runter. Moos-Seife läßt sie wieder unwiderstehlich grinsen.
18 Antworten
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