
Burn After Reading
Aktuell habe ich hier 98 Rezensionen veröffentlicht. Einige davon würde ich heute nicht mehr veröffentlichen, andere würde ich nicht mehr so veröffentlichen, aber mit ein paar bin ich ganz zufrieden, was jeder/e natürlich gänzlich anders sehen darf. Viel wichtiger ist aber, wie viele ich geschrieben (teils auch nur als Entwurf, teils auch nur im Geiste, als vage Idee) und dann nicht veröffentlicht habe. Gezählt habe ich sie nicht, aber es wäre möglich, dass ich es mit ihnen in die TOP100 geschafft hätte. Ich nenne das Freiwillige Selbstkontrolle, wobei mir mit dem Begriff wohl schon wer zuvorgekommen ist.
Eine beliebte Möglichkeit, eine Rezension zu schreiben, ist, sobald sich ein spontaner Halbgedanke zu einem Parfum im Gehirn bildet, diesen sofort niederzuschreiben und ohne viel weiter darüber nachzudenken zu veröffentlichen. Das ist ungefiltert, das ist roh, das ist spontan, das ist direkt, das ist… in den allermeisten Fällen großer Mist. Zumindest bei mir wäre es das.
Es gibt ein paar Regeln, die ich beim Schreiben beachte, hier aber nicht ausbreiten möchte (1), ich bin ja kein Lehrer. Nur eine Regel ist mir wichtig, ich nenne Sie mal die Regel des 6. Tages. Die Regel besagt: schreibe etwas, egal was, schreibe es schnell nieder, ohne Rücksicht auf Verluste und dann: speichere es ab. Veröffentliche es nicht. Lasse es liegen. Mindestens 6 Tage lang (2).
Damit einem die Zeit nicht so lange wird, kann man sich den Text ja mal durchlesen, vielleicht fällt einem dabei ja auf, dass etwas noch nicht ganz so perfekt ist. Man kann sich dabei auch noch ein paar weiterführende Gedanken zum Thema machen. Es ist manchmal interessant, auf was man da noch alles kommt. Und manchmal kommt man nach dieser Wartezeit sogar zu der Überzeugung, das geschriebene nicht der Öffentlichkeit zu präsentieren, es zu verbrennen oder zu löschen (was, wenn man auf dem Computer schreibt, billiger ist). So geht es mir oft und ich glaube, die Öffentlichkeit, also Ihr, seit darüber auch ganz froh, auch wenn Ihr es nie rausfinden werdet. Ja, da glaube ich fest dran…

(1) okay, ein paar hätte ich dann doch: Grammatik ist eine feine Sache, Groß- und Kleinschreibung ist eine im Deutschen vielleicht ärgerliche, aber doch irgendwie liebgewonnene Eigenart; Satzzeichen und Rechtschreibung wären auch nice; too much Anglizismen sind, nun, too much
(2) das ist übrigens auch etwas, das man im Beruf super anwenden kann: nicht sofort verärgert auf ein Mail antworten, sondern erst mal warten bis der Ruhepuls wieder erreicht ist
Und natürlich muss ich nicht zu allem meinen Senf dazu geben 🙃
Wenn ich Rezension/Statement nicht im Affekt fertigstellen kann, lasse ich es ganz bleiben.
Reflektieren bringt mich aus dem Flow.
So ein zwei Runden Besonnenheit, Relektüre und ein wenig Sympathie für die Leser (d.h. Achtsamkeit auf die Textgestalt), das darf man sich und Parfumo schon wünschen...
Feiner Text (der - wie bei solchen Texten wohl üblich - vermutlich leider fast nur von denen gelesen wird, die er nicht vorrangig betrift... ;-((. )
Bei mir ist es so, es muss sofort „Klick“ machen, mir muss zu einem Duft etwas einfallen und dann reifen die Gedanken teils Wochen im Kopf und am Ende schreibe ich das in vielleicht 30 Minuten auf dem Ergometer nieder. Wobei ich auch wie du kontrolliere.
Immer diese anspruchsvollen Menschen mit diesen schrecklich hohen Standards…
So generierst du keine zusätzlichen Follower hier (ups, Anglizismus, Sorry !!!)
😂😂😂
Das Spektrum von skrupulöser Expertise zur Hüpfburg für extrovertierte Duftblindheit ist ein weites Feld hier bei Parfumo. Mir gefällt der Platz sehr gut, den du für dich gefunden hast, und würde mir wünschen, dass er viele Nachahmer findet!
Ich habe meine wenigen älteren tatsächlich gelöscht, weil ich das einfach nicht so gut kann wie andere... da sollte man auch mal ehrlich mit sich selbst sein:-)
Es gibt immer jemanden, der etwas noch besser kann. In letzter Konsequenz dürfte dann hier ja überall nur noch eine Rezension stehen, nämlich die beste. 😉
Ich schätze die Vielfalt hier und bin sicher, ich würde deine Rezensionen genauso schätzen. Nur Mut und werte dich selbst nicht so ab. 🌷
Gut Ding braucht einen gewissen Reifeprozess.
Ich finde Deine Rezensionen prima, ändere bitte nichts!
Die 6-Tage Regel gibt einem auch genug Zeit, die Anzahl der empfangenen Komplimente zu zählen ;) Das scheint ja für einige DER Qualitätsparameter zu sein ...
Ich schreibe fast nie Rezensionen (weil Schreiben zu meinem Job gehört und das Verfassen längerer Texte dann nicht so das müßige Summen im Kopf macht, sondern irgendwie auch an der Saite zupft, die beruflich im Einsatz ist). Wenn doch eine Rezension entsteht, dann nur deshalb, weil ein Duft mich sehr beschäftigt und ich Platz im Hirn schaffen muss. Das heißt, dass das dann auch keine spontanen Ergüsse sind, sondern ein "Na-gut-dann-schreib-ichs-auf" nach längerem Zaudern 🤓
Manchmal lasse ich mich hinreißen, gebe dem ganzen einen persönlicheren Touch und teile meine Erinnerungen oder Assoziationen bezogen auf den Duft.
Zu Anfang war ich z.T. auch impulsiv und habe ( Oh Schreck ;) ) es tatsächlich gewagt, Düfte verschiedener großer Dufthäuser miteinander zu vergleichen und ... noch schlimmer.... diesen Eindruck auch vehement so stehen zu lassen. ;-)
Ich mag meine Rezensionen, zeigen sie meine Entwicklung, einen Sinn, welcher noch relativ neu so intensiv für Parfüms brennt, zu beschreiben.
Hin und wieder editiere ich Rezensionen mit Datumsnachweis, um meine Reise mit Düften zu dokumentieren:)
Rezensionen schreibe ich für mich und für andere.... weil es mir Spaß macht und ich den Austausch mag.
Was ich nicht mag,ist scharfe Kritik und festbeißen daran.... Leben & Leben lassen ;-)
Nochmal durchlesen ist das oberste Gebot, ob Rezension, Antwort in einem Thread oder eine PN.
1. Trage ich einen Duft mindestens 3x, ehe ich eine Rezension verfasse. (wenn möglich in unterschiedlichen Wettersituationen)
2. Schreibe ich bei jedem Test meine Eindrücke in einem neuem Dokument und vergleiche sie vor der Veröffentlichung.
3. Beschreibe ich einen Duft so gut es geht immer objektiv (ein Beispiel ist Tobacco Vanille von Tom Ford - Der Duft passt einfach nicht zu mir, aber er ist dennoch großartig; meine zusätzliche Eigenheit, wenn der Duft mir persönlich nicht gefällt, stelle ich mir andere Personen vor, zu dem ich mir den Duft sehr gut vorstellen kann - Beispiel: Blackpepper von Comme des Garçons - Gerhard Schröder)
und zu guter Letzt: Wird natürlich auf Tipp/Rechtschreib/Grammatikfehler überprüft:-)
Gerade Punkt 2:-) Wie oft hab ich mich dabei selbt erwischt :-))) - Darum immer neue Dokumente :-)
Ich möchte auch nicht wirklich an etwaige Personen denken, aber wenn die vor meinem geistigen Duftauge auftauchen, kann ich das eben nicht unerwähnt lassen :-)
Und auch ich finde deine Rezensionen großartig geschrieben!
1. reicht mir oft ein (ausführlicher) Test, bei manchen Düften aber auch 2-3
2. schreibe ich alles in ein Dokument und hoffe darauf, nicht bei mir selbst abzuschreiben (ich passe da aber schon auf und wehe ich erwische mich)
3. größtmögliche Objektivität im Subjektiven zu suchen ist sehr ehrenwert, aber das schaffe ich nicht immer (und ich mag bei einem Test auch nicht an Gerhard Schröder denken)
Ich sehe schon, da ist Luft nach oben und ich werde mich natürlich bemühen ;-)
So sind auch meine Rezensionen nichts anderes, als Gedankenblitze halbwegs lesbar auf Papier zu bringen.
Da es bei Dir ja so klappt, bin ich voll der Bewunderung, bei mir würde es nicht klappen!
Rezi Leichen gibs nicht bei
mir der Anfang ist immer sooo schwer
aber wenn ich den habe rattert das los da oben schade finde ich das viele
sich wo anders bereichern warum auch immer Rezi muss vom Herzen kommen und nicht von Internet
gerne gelesen :)
Ey geiler Blogbeitrag must have
2.) Halbgefiltert gehört sich rausgefiltert.
3.) Regel 6 macht zu 98% Sinn.
4.) Fütter eine KI wenn dir der Duft nichts erzählt.
5.) Erzähl von deinen niedlichen Haustieren.
6.) Vergiß im Schreibwahn nie den Duft auch mal zu testen.
7.) Naxos klappt immer.Empfehlung.Save.
8.) offene Feuerstellen bitte nur von April bis Oktober von 8 bis 18 Uhr.