The Dark Side Francesca Bianchi 2016 Extrait de Parfum
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Top Rezension
Fetisch? Nicht unbedingt … aber ein recht spezieller Saft!
Man kann mir nicht vorwerfen, ich hätte unseren lieben Salva nicht gewarnt. Selbst gestern im Ticker gab er mir erneut seine Einwilligung, ihn namentlich zu erwähnen;)
Nun denn:
Alles begann ganz harmlos, dass er mal eine neue Dufterfahrung machen wollte und eine Probe von The Dark Side erhielt. Aber offensichtlich hat er sich in der Party geirrt, denn obwohl ihn die Gemeinde hoch bewertet, blieb Salva draußen und schrieb mir: "ich fand den schrecklich, hatte ihn zum Glück nur auf Papiertuch getestet, das hat schon gereicht".
Leicht verschmitzt schickte er anschließend mir die Probe, woraufhin ich nach ca. 2 Stunden Tragezeit erwiderte: "Ja, der ist echt heftig. Aber ich kann auch verstehen, dass er mit 8,2 benotet wird. Denn auch wenn das nicht meine Richtung ist, der scheint ziemlich wertig zu sein. Wie ist denn sein Duftverlauf, eher linear, dass ich nichts verpasse, wenn ich ihn gleich abwasche? Haha."
Das aber war noch gar nichts gegen Salvas 2,5er Bewertung, denn sein Statement besagt:
Boah ne!
Undefinierbarer Mief
Mix aus allerlei Gewürzen
&Gouda-Käse
Für solch ein „Duft“ muss
einen Fetisch haben
Ich bin net so jmd
So ließen die Reaktionen der Dark Side Fans nicht lange auf sich warten, und einen Käsefetisch muss man offensichtlich auch nicht haben. Denn selbst wenn dieser Bianchi bei so manchem durchfiel, der Großteil an Statements sowie die bisherigen sechs Kommentare bescheinigen ihm recht hohe Noten. Und nun komm' ich daher und verpasse ihm auch nur eine 6,5. Ops, aber meine niedrige Bewertung liegt vorwiegend daran, dass ich einen anderen Fetisch … äääh, eine andere Duftrichtung präferiere;)
Aber wie riecht er denn nun?
Zunächst einmal: Als Extrait hat der Duft eine enorme Sillage, drum sollte man ihn vorsichtig dosieren. 1-2 Sprüher reichen völlig, und die 100€ für 30ml entsprechen eher 80-90ml eines gewöhnlichen Parfums.
The Dark Side startet mit einem Füllhorn an hellen scharfen Gewürzen, gepaart mit etwas süßlichem Honig in einem fluffig warmen Korsett, das schon kurz nach Beginn von einem feinen Rauch durchwirkt wird. Es strömen (zu) viele Einzelnoten ein, die sich jedoch nach ca. 45 Minuten etwas beruhigen. Anschließend wirkt die Komposition der Noten recht austariert und ein wenig transparenter, auch wenn der Grundton ins Orientalische zielt.
Nach ca. 2,5 Stunden nimmt der Bianchi etwas an Sillage ab - endlich;) Und auch seine Färbung ist nun durch die balsamischen Noten etwas gefälliger geworden (einen Tick weicher und weniger würz-bissig). So bietet der Duft fortan eine sehr stimmige Komposition von drei wesentlichen Elementen:
1) recht dominante hell-scharfe Gewürze + Weihrauch, der mich auch ein wenig an Safran erinnert
2) eine ebenso helle, doch warme Melange an balsamischen Noten + Sandelholz
3) die genau richtige Zugabe an Honig, der weder zu klebrig noch zu süß ist, sondern wie ein hohes C über allem schwebt und den Duft als fein konturiertes Licht durchscheint.
Als das Auffälligste empfinde ich seine hell-rauchige Schärfe. Dieser Eindruck zeigt sich auch im derzeitigen Tortendiagramm mit "würzig" und "rauchig" als stärkste Noten.
Und dieser prägnante Tripple-Mix bleibt nun nahezu unverändert, bei gleichbleibend starker Sillage, ca. 80% seiner Startintensität (entsprechend 100% herkömmlicher Parfums) – auch noch nach 7 Stunden (selbst nach 12h noch deutlich wahrnehmbar).
So ahnte ich schon beim Aufsprühen um 7:30 Uhr, dass dieser Bianchi bis zur Bettzeit projizieren würde, also deutlich über 15 Stunden. Mit anderen Worten: Man bräuchte keinen extra Duft fürs Dinner-Date, haha.
Aber Moment mal, dieser Bianchi heißt doch ohnehin The Dark Side. Und auch wenn er sich -dezent dosiert- durchaus für (besonders;) lange Nächte eignet, empfinde ich ihn alles andere als "dunkel". Zwar fließt in vielen States und Kommis sein Name als Eigenschaft ein, doch kann ich mir vorstellen, das wäre nicht so, würde der Duft anders heißen. Denn was an ihm dunkel sein soll erschließt sich mir kaum, und ich würde ihn wegen seiner peitschend hellen Würz(rauch)schärfe und balsamisch verstärkten Honigsüße eher als "hot" bezeichnen, womit wir allerdings wieder in der Nacht gelandet wären;)
Doch mit einem Fetisch muss das noch nichts zu tun haben (nicht wahr, mein lieber Salva?;)
Aber ganz egal ob Tag-, Nacht- oder Beides-Duft, ein wirkliches Problem kann die Haltbarkeit ohnehin nicht werden, denn es kommt lediglich darauf an, welche Stärke an Nassschleifpapier man verwendet, um den Duft wieder loszuwerden. Gewöhnliche Seifen und Duschgels reichen nämlich kaum aus – nach 24 Stunden.
Ach, was ich noch vergaß: The Dark Side ist durch die Iris auch etwas pudrig, was mit zu seiner feinen Dichte beiträgt, doch für meinen Geschmack nicht nötig wäre. Dafür kann ich nichts Animalisches herausriechen, aber den Duft dezent dosiert durchaus als "sexy" werten, was hier vielleicht gemeint sein soll:) Zudem ist er ausdrücklich für beide Geschlechter geeignet, wie ich finde.
Zu guter Letzt: Diesen Kommi widme ich unserem lieben Kost- äääh… Duftverächter Salva, dem bei diesem Bianchi leider wegen vermeintlicher Käseanleihen schlecht wurde, doch nun vielleicht wieder ein wenig lächeln kann. Ich dagegen empfinde ihn zwar bei weitem nicht so schlimm, doch meiner einer ist er auch nicht. So kamen wir letztlich überein, und sagen es einmal ganz neutral:
Fetisch? Nicht unbedingt … aber ein recht spezieller Saft!
Nun denn:
Alles begann ganz harmlos, dass er mal eine neue Dufterfahrung machen wollte und eine Probe von The Dark Side erhielt. Aber offensichtlich hat er sich in der Party geirrt, denn obwohl ihn die Gemeinde hoch bewertet, blieb Salva draußen und schrieb mir: "ich fand den schrecklich, hatte ihn zum Glück nur auf Papiertuch getestet, das hat schon gereicht".
Leicht verschmitzt schickte er anschließend mir die Probe, woraufhin ich nach ca. 2 Stunden Tragezeit erwiderte: "Ja, der ist echt heftig. Aber ich kann auch verstehen, dass er mit 8,2 benotet wird. Denn auch wenn das nicht meine Richtung ist, der scheint ziemlich wertig zu sein. Wie ist denn sein Duftverlauf, eher linear, dass ich nichts verpasse, wenn ich ihn gleich abwasche? Haha."
Das aber war noch gar nichts gegen Salvas 2,5er Bewertung, denn sein Statement besagt:
Boah ne!
Undefinierbarer Mief
Mix aus allerlei Gewürzen
&Gouda-Käse
Für solch ein „Duft“ muss
einen Fetisch haben
Ich bin net so jmd
So ließen die Reaktionen der Dark Side Fans nicht lange auf sich warten, und einen Käsefetisch muss man offensichtlich auch nicht haben. Denn selbst wenn dieser Bianchi bei so manchem durchfiel, der Großteil an Statements sowie die bisherigen sechs Kommentare bescheinigen ihm recht hohe Noten. Und nun komm' ich daher und verpasse ihm auch nur eine 6,5. Ops, aber meine niedrige Bewertung liegt vorwiegend daran, dass ich einen anderen Fetisch … äääh, eine andere Duftrichtung präferiere;)
Aber wie riecht er denn nun?
Zunächst einmal: Als Extrait hat der Duft eine enorme Sillage, drum sollte man ihn vorsichtig dosieren. 1-2 Sprüher reichen völlig, und die 100€ für 30ml entsprechen eher 80-90ml eines gewöhnlichen Parfums.
The Dark Side startet mit einem Füllhorn an hellen scharfen Gewürzen, gepaart mit etwas süßlichem Honig in einem fluffig warmen Korsett, das schon kurz nach Beginn von einem feinen Rauch durchwirkt wird. Es strömen (zu) viele Einzelnoten ein, die sich jedoch nach ca. 45 Minuten etwas beruhigen. Anschließend wirkt die Komposition der Noten recht austariert und ein wenig transparenter, auch wenn der Grundton ins Orientalische zielt.
Nach ca. 2,5 Stunden nimmt der Bianchi etwas an Sillage ab - endlich;) Und auch seine Färbung ist nun durch die balsamischen Noten etwas gefälliger geworden (einen Tick weicher und weniger würz-bissig). So bietet der Duft fortan eine sehr stimmige Komposition von drei wesentlichen Elementen:
1) recht dominante hell-scharfe Gewürze + Weihrauch, der mich auch ein wenig an Safran erinnert
2) eine ebenso helle, doch warme Melange an balsamischen Noten + Sandelholz
3) die genau richtige Zugabe an Honig, der weder zu klebrig noch zu süß ist, sondern wie ein hohes C über allem schwebt und den Duft als fein konturiertes Licht durchscheint.
Als das Auffälligste empfinde ich seine hell-rauchige Schärfe. Dieser Eindruck zeigt sich auch im derzeitigen Tortendiagramm mit "würzig" und "rauchig" als stärkste Noten.
Und dieser prägnante Tripple-Mix bleibt nun nahezu unverändert, bei gleichbleibend starker Sillage, ca. 80% seiner Startintensität (entsprechend 100% herkömmlicher Parfums) – auch noch nach 7 Stunden (selbst nach 12h noch deutlich wahrnehmbar).
So ahnte ich schon beim Aufsprühen um 7:30 Uhr, dass dieser Bianchi bis zur Bettzeit projizieren würde, also deutlich über 15 Stunden. Mit anderen Worten: Man bräuchte keinen extra Duft fürs Dinner-Date, haha.
Aber Moment mal, dieser Bianchi heißt doch ohnehin The Dark Side. Und auch wenn er sich -dezent dosiert- durchaus für (besonders;) lange Nächte eignet, empfinde ich ihn alles andere als "dunkel". Zwar fließt in vielen States und Kommis sein Name als Eigenschaft ein, doch kann ich mir vorstellen, das wäre nicht so, würde der Duft anders heißen. Denn was an ihm dunkel sein soll erschließt sich mir kaum, und ich würde ihn wegen seiner peitschend hellen Würz(rauch)schärfe und balsamisch verstärkten Honigsüße eher als "hot" bezeichnen, womit wir allerdings wieder in der Nacht gelandet wären;)
Doch mit einem Fetisch muss das noch nichts zu tun haben (nicht wahr, mein lieber Salva?;)
Aber ganz egal ob Tag-, Nacht- oder Beides-Duft, ein wirkliches Problem kann die Haltbarkeit ohnehin nicht werden, denn es kommt lediglich darauf an, welche Stärke an Nassschleifpapier man verwendet, um den Duft wieder loszuwerden. Gewöhnliche Seifen und Duschgels reichen nämlich kaum aus – nach 24 Stunden.
Ach, was ich noch vergaß: The Dark Side ist durch die Iris auch etwas pudrig, was mit zu seiner feinen Dichte beiträgt, doch für meinen Geschmack nicht nötig wäre. Dafür kann ich nichts Animalisches herausriechen, aber den Duft dezent dosiert durchaus als "sexy" werten, was hier vielleicht gemeint sein soll:) Zudem ist er ausdrücklich für beide Geschlechter geeignet, wie ich finde.
Zu guter Letzt: Diesen Kommi widme ich unserem lieben Kost- äääh… Duftverächter Salva, dem bei diesem Bianchi leider wegen vermeintlicher Käseanleihen schlecht wurde, doch nun vielleicht wieder ein wenig lächeln kann. Ich dagegen empfinde ihn zwar bei weitem nicht so schlimm, doch meiner einer ist er auch nicht. So kamen wir letztlich überein, und sagen es einmal ganz neutral:
Fetisch? Nicht unbedingt … aber ein recht spezieller Saft!
40 Antworten


hör eh schon auf damit..
Nicht das ich demnächst noch "Duft"Post bekomme. ;)
Mit viel Freude gelesen!..;)
Auf jeden Fall hast Du den Duft sehr detailliert beschrieben. Und zwar so, dass ich ihn garantiert nicht testen möchte. Ich bin für solche Vorwarnungen immer dankbar!
Gerne gelesen!!
Ein "richtiger" Käse kann gerne schmierig sein und stinken, je mehr desto gut!
Mal wieder ein klasse Kommentar von dir. Mir hatte der Duft gefallen. Aber mit allem von Francesca komme ich auch nicht klar. Sie ist eben ein bisschen speziell.
Das war jetzt aber hoffentlich kein Verriss, denn daran wärst Du wieder grandios gescheitert, mit Deinem ewigen Optimismus und der wohlwollenden Analyse ;-)
Der Pokal geht dann mal an deine freshe schreibe :)