L'Art & La Matière

Cuir Béluga 2005

Cuir Béluga von Guerlain
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Platz 35 in Unisex-Parfums
8.5 / 10 1531 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Guerlain für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2005. Der Duft ist süß-pudrig. Es wird noch produziert.
Aussprache
Gut kombinierbar mit Après L'Ondée (Eau de Toilette)
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Duftrichtung

Süß
Pudrig
Ledrig
Gourmand
Würzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
AldehydeAldehyde MandarineMandarine
Herznote Herznote
StrohblumeStrohblume PatchouliPatchouli
Basisnote Basisnote
VanilleVanille WildlederWildleder AmberAmber HeliotropHeliotrop

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
8.51531 Bewertungen
Haltbarkeit
8.01326 Bewertungen
Sillage
7.11320 Bewertungen
Flakon
8.71208 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.4629 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 24.05.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „L'Art & La Matière”.

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Rezensionen

87 ausführliche Duftbeschreibungen
7
Flakon
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Sillage
5
Haltbarkeit
8
Duft
FvSpee

323 Rezensionen
FvSpee
FvSpee
Top Rezension 83  
Blitzkommentar: Der Bäcker hat gerufen!
STATISTIK

Stand heute ist Cuir Beluga bei 721 Bewertungen und einer Punktzahl von 8,7 der zweitbeliebteste Duft auf Parfumo im Unisex-Segment. Das überrascht mich ein klein wenig, da ich trotz intensiven Testens noch immer fest auf meinem Stuhl sitze. Aber schön finde ich diesen Guerlain auch. Obwohl ich grundsätzlich Anhänger der olfaktorischen Koedukation bin, wundert mich auch die Klassifikation als unisex ein wenig, da ich Cuir Beluga als dezidiert feminin empfinde. Das sehen andere ähnlich wie ich, denn der Duft hat hier 2/3 weibliche Besitzer.

CHARAKTERISTIK

Cuir Beluga ist so warm wie ein Abend vor dem knisternden Holzfeuer im offenen Kamin, eingewickelt in eine Snoopy-Kuscheldecke, die Füße auf einem Schafsfell und in von der Muhme selbstgestrickten Wollsocken.

Seine olfaktorische Farbe ist so gülden leuchtend wie, naja, wie die Designer von Guerlain ihn auch äußerlich gemacht haben. Der One-Million-Goldbarren ist ein Stück Straßendreck dagegen.

Er ist so gourmandig wie die Jahresproduktion an Vanillinzucker eines Dr.-Oetker-Werkes, nachdem es pandemiebedingt vom Bundeskuchenminister durch Exekutivverordnung gezwungen wurde, zusätzlich auch noch 100 Millionen Dosen Vanillinzucker eines anderen Herstellers in Lizenz zu produzieren. Oder wie eine Creme Brulee von der Größe der legendär zersägten Maple-Leaf-Münze von der Berliner Museumsinsel. Oder wie... naja, das werdet ihr gleich noch lesen, wenn ihr jetzt nicht schon den Computer ausmacht und zum Kühlschrank lauft.

ANALYTIK

Wildleder und Aldehyde lümmeln sich mehr so nasebohrend auf einer Bank in der Ecke und werfen ab und an eine Bemerkung ein. Der Rest der Duftnotenangaben ist astrein plausibel.

KRITIK

Obwohl Cuir Beluga nicht mein Stil ist und ich mir auch nicht unbedingt wünsche, dass die Damen meines Nahfeldes so duften, meine ich, dass Olivier Polge hier einen hochwertigen und besonderen, sauber und klar gestrickten Duft vorgelegt hat, der nicht zu Unrecht so berühmt geworden ist. Wenn man sich für Düfte interessiert und eine auch nur minimale Schwäche für Nasensüßkram dazukommt, führt eigentlich kein Weg an einem Test vorbei.

Die exorbitant hohen Bewertungen bei der Haltbarkeit und eingeschränkt auch bei der Projektion halte ich für eine Massensuggestion, die in der Überlegung wurzelt: Wenn ich schon so viel dafür ausgegeben habe, muss der doch kräftig sein. Bei den Quantitativnoten stufe ich CB dezidiert nicht als High Performer ein.

HISTORIK

Wer kennt nicht Duftberichte der Art: "Dieser Duft erinnert mich EXAKT an den Geruch der Tennisbälle, die mein Cousin in unseren gemeinsamen Sommerurlauben in einer kleinen Pension auf Kreta in den Jahren 2007-2013 rhabarberrhabarber". Das ist eigentlich eine geniale Art zu erzählen, aber da Proust schon tot ist, die Madeleines längst alle im Tee zu Matsch zerfallen und es vor allen Dingen eine eiserne Regel ist, dass der Duft NIEMANDEN anders als den Autor des Kommentars an den tennisspielenden Cousin auf Kreta erinnert, versuche ich diese literarische Figur in meinen Kommentaren möglichst zu vermeiden.

In diesem Fall muss ich aber unter Inanspruchnahme einer Notzulassung doch erwähnen, dass ich Cuir Beluga auch deshalb nie tragen könnte, weil der Duft mir EXAKT den (objektiv) besten Käsekuchen der Welt in der Nase wiedererstehen lässt, nämlich den, den meine Großmutter mütterlicherseits (mindestens eine Leserin kennt ihre vier Vornamen) immer zu meinen Geburtstagen gebacken hat.

Als praktische Kompensation für das Ertragenmüssen dieser nutzlosen Information gibt es das Rezept im Anhang. Zu bemerken ist, dass ich beim Nachbacken immer das Problem habe, dass die Käsemasse während des Backvorgangs dekompensiert, sodass der Kuchen jedenfalls in der Mitte American-Cheesecake-artig ist, was er aber nicht sein soll. Die dahingeschiedene Ahnin kann ich nicht mehr fragen, was ich falsch mache. Hinweisen wird daher dankbar entgegengesehen.

APPENDISTIK

100g Margarine
75g Zucker
1 Packung Vanillinzucker
1 Ei
150 g Mehl
1 gestrichener Löffel Backpulver
mit der Rührmaschine rühren.

500 g Magerquark
250 g Sahnequark
180-200 g Zucker
½ Packung Vanillinzucker
3 Tropfen Zitronenaroma
2 Tropfen Bittermandelaroma
3 Eigelb
vermischen und zuletzt
3 zu festem Schnee geschlagene Eiweiß
1 Packung Käsekuchenhilfe
reichlich Sultaninen
etwas Milch
unterheben.

Eine gefettete Springform unten und am Rand mit dem Teig auskleiden, die Quarkmasse einfüllen.

Obenauf als Lasur 1 Eigelb, verquirlt mit etwas Milch, streichen.

Bei 200 Grad 1 Stunde backen. Die Stricknadelprobe anwenden.
42 Antworten
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Flakon
7
Sillage
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Haltbarkeit
10
Duft
4ajbukoshka

74 Rezensionen
4ajbukoshka
4ajbukoshka
Top Rezension 79  
Requiem for a Dream - persönliches Heroin: meine Liebe, mein Ruin!
Wenn Liebe dich süchtig macht, dich zerstört - oder zumindest deinen Geldbeutel - und es dir einfach egal ist.
Ich brauche mehr von diesem Heroin!

Fraport 2017:
Wie immer kurz vor dem Abflug stöbere ich mich, sehr zum Leidwesen meines Freundes, durch die Läden und vor Allem durch reihenweise Parfums. Es ist einer meiner ersten Flüge ins Ausland und uns bleibt nicht viel Zeit.
Unübersehbar thront auf der anderen Seite des Raumes, hell leuchtend - oder hell erleuchtet - eine Reihe Parfums.
Aus x Metern Entfernung erkenne ich: da steht etwas Besonderes.
Diese Dinger, die man mit den Fingern zerquetscht, aus denen es dann „pfft pfft“ macht und wo dann das Parfum rauskommt, die kannte ich nur aus Filmen und hatte sie ansonsten nur in einer Vitrine gesehen.

Mein Freund: Können wir bitte los? Ich möchte nicht den Flug verpassen!
Ich: (süßester Schmollmund aller Zeiten) ABER! Es dauert nicht lange. Versprochen! (haste rüber zu dieser Aufmachung, wo man alle möglichen Boxen mit lustigem Inhalt hat: weißes Leder, das sich streicheln lässt und sich unglaublich zart anfühlt und noch vieles mehr)
Ich greife blind einen der Flakons, die sowieso alle gleich aussehen und sprühe einfach drauf los. Über meinen Kopf, an mein Halstuch und auf mein Handgelenk. Ganz schön unpraktisch, dieses Pfft-pfft-Dingsbums.
Mein Freund, der zu mir gekommen war, um mich zum Gehen aufzufordern: Ach du Schei*e, was ist DAS denn?!
Ich, bereue schon, keinen Teststreifen gesucht zu haben: Sorry? Aber in der Luft hier riecht es soooo lecker :((. Ich liebe Vanille!
Er: Nein, das riecht geil! Aber jetzt komm, los, du hast schon wieder zu viel getrödelt! (zieht mich am Arm durch den Laden)
Ich versuche im Gehen noch irgendwo einen Namen oder ein Preisschild ausfindig zu machen, vergebens.
Wir haben den Flug nicht verpasst.
Auf dem Rückweg kommen wir aber nicht mehr in DIESEN Laden. Ich schmolle ein wenig, mein Freund mit mir.
Er: Also, du hast schon genug Parfums, aber... wenn ich dir EIN Parfum nennen sollte, das nach DIR und WIE du riecht, wäre es das, das du beim Hinflug getragen hast. Dieses unfassbar süße Zeug, das man aber nicht hassen kann, weil es so niedlich und süß ist.
Ja. Ich bin eine kleine Naschkatze. Aber ein bisschen beleidigt hat er mich mit seinem Kommentar schon. Schließlich bin ich mehr als niedlich und süß. Egal.
Ich versuche, es zu vergessen.
Ich kenne nicht einmal seinen Namen.

Einige Wochen später...
Eines meiner Parfums (Prada „Candy“, das EDT) ist leer. Nach Lacoste „Pour Femme“ nun endlich das zweite, also darf nach meiner eigenen Regel endlich ein neues Parfum gekauft werden.
Ich kaufe also ein Dupe zu Lacoste „Pour Femme“, weil ich zu dem anderen keines gefunden habe und nach dem Urlaub gähnende Leere auf meinem Konto herrscht.
Es macht mich nicht glücklich. Ich kann dieses eine Parfum nicht vergessen. Ich möchte nicht ohne es leben, ich muss es zumindest noch ein Mal testen! Vielleicht mag ich es ja dann doch nicht mehr riechen?
Drei Wochen später stehe ich also da und fasse den Entschluss. Diesen einen Entschluss, der alles für immer verändern sollte: ich begebe mich jetzt auf die Suche nach diesem Parfum, diesem Traum von Vanille mit diesem „Pfft-pfft-Dingsbums“.
Ich verbringe sechs Stunden damit und habe schon keine Lust mehr, außerdem Hunger und mir tun die Füße weh.
Ich war in allen Drogerien und Parfümerien hier und habe nur ein Parfum mit „Pfft-pfft-Dingsbums“ gesehen und das war nicht ansatzweise mit dieser süßen Leichtigkeit zu vergleichen, die mich während meines Fluges von Frankfurt aus begleitet hatte (und auf meinem Halstuch noch ein paar Tage länger, ich habe den Duft mit meiner Nase förmlich eingesaugt, bis er weg war).
Meh ://.
Ich, fremden Menschen gegenüber schüchtern, fasse mir also ein Herz und frage die sehr kompetent und lieb wirkende Parfumverkäuferin.
Sie kann mit meiner Beschreibung nichts anfangen, gibt mir aber einen Tipp.
Sie: Wenn Sie meinen, es ist etwas Besonderes, gehen Sie doch mal zu Frau [Name]! Die hat sehr exquisite und auch Nischendüfte. Wenn Sie bei ihr nicht fündig werden, dann nirgends.
Ich begebe mich also auf die Suche.
Trete ein in diesen Laden, versteckt in einem alten Gebäude und fühle mich eingeschüchtert. Hier sieht es teuer aus.
Eine elegant gekleidete und wunderschön geschminkte Frau um die 30 begrüßt mich und möchte mir gerne helfen.
Ich, gestikuliere „das Pfft-pfft-Ding“ und sage ihr, ich suche einen süßen Vanilleduft.
Sie, lächelt: Oh, Sie meinen die Boutiquedüfte von Guerlain mit den Pumpzerstäubern?
Ich, innerlich: Das klingt teuer. Oh oh.
Sie führt mich also in einen Raum und da stehen sie, diese wunderschönen Flakons.
Das sind sie! Juhuuuu!
Die Dame fängt also an, zu erzählen und zu erzählen, packt violette Teststreifen mit goldenen Lettern aus, und beim ersten Sprüher wird mir klar: „GENAU DAS ist es! Jaaa!“
Sie erklärt mir die Bestandteile, zeigt mir noch andere Düfte aus dieser Edition, Tonka Impériale zum Beispiel, der in eine ähnliche Richtung geht, „es“ aber nicht ist...
Ich bin in Gedanken ganz woanders.
Der Preis von 220€ holt mich zurück auf den Boden der Tatsachen.
Nein, in klein gibt es das leider nicht.
Ich muss darüber nachdenken.
220€ habe ich nicht mehr auf dem Konto.
Ich bin geknickt, fahre nach Hause. Dort steht mein Sparschwein, das Geld zählt. 186€ und ein paar Cents.
Eigentlich spare ich gerade für ein Fahrrad.
Ich fülle das Sparschwein um in eine Clutch, packe es ein. Nein, das werde ich nicht tun. Ich werde es mir gleich noch einmal anders überlegen. Das kann ich nicht machen!
Ich gehe am nächsten Tag zur Bank und möchte das Geld wechseln. Das kostet Gebühren. Nö. Ich gehe auf der Arbeit vorbei, frage den Chef, ob er Kleingeld in der Kasse braucht. Er wechselt mir 60€.
Ich gehe zu dm, kaufe etwas und frage, ob es okay ist, wenn ich ihr mehr Geld in Kleingeld gebe und sie mir dann großes Geld zurückgibt. Ich habe Glück.
Ich gehe zur Parfümerie und direkt auf die Boutiquedüfte zu.
Die Verkäuferin: Blablabla.
Ich: Danke, aber ich weiß schon, dass ich den hier kaufen möchte.
An der Kasse angekommen, packe ich etwa 100€ in Scheinen aus und den Rest in 1- und 2-€-Stücken. Die Verkäuferin muss erst einmal den Schlüssel für die Kasse holen. Normalerweise bezahlen die Leute mit Kreditkarte.
Während ich die Münzen zu 10- und 20€-Stapeln sortiere, überlege ich, wegzurennen und das Parfum nicht zu kaufen. Mir ist das alles ziemlich peinlich und ich denke an meinen Kontostand. Aua!

Aber ich kaufe ihn am Ende, diesen Luxus in der Flasche - und fühle mich gleichzeitig schäbig und mies und dabei so unglaublich berauscht.
Dieser pudrige Traum von Vanille ist unterlegt mit blumigen Eindrücken, aber besteht für mich hauptsächlich aus Vanille, Vanille und der allerbesten Vanille überhaupt!
Cuir Beluga ist ein bisschen schwer (wahrscheinlich durch das Patchouli), ein kleines bisschen rauchig(?), aber nicht muffig.
Nein, diese Süßigkeit braucht etwas, um auf dem Boden zu bleiben, damit es niemandem, frei nach einem russischen Sprichwort, beim Genuss den Po verklebt.
Cuir Beluga riecht für mich nicht nach Leder, für mich müssen so Engel riechen!
Und ich. Mittlerweile fast täglich.
Anfangs habe ich Cuir Beluga nur zu besonderen Anlässen getragen.
Aber mittlerweile trage ich es beinahe täglich, weil jeder Tag ein besonderer Tag sein kann - und ich damit die Liebe feiere.
Die Liebe zum Leben, zur Vanille und zu mir selbst!
25 Antworten
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Haltbarkeit
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Duft
Gandix

170 Rezensionen
Gandix
Gandix
Top Rezension 59  
Dein Lächeln
Der Tag war scheiße,
so richtig, richtig scheiße
Endlich bin ich zu Hause
Du öffnest mir die Türe
Und empfängst mich mit diesem strahlenden Lächeln;
dieses Lächeln, das bis in deine Augen reicht,
und mir ein Kribbeln in der Magengegend verursacht;
warm, wie sanfte, weiche Vanille.
Ich lächle zurück,
der Stress des Tages fällt wie ein Stein zu Boden.

Ahh, du hast gegrillt,
ganz zart hängt der Duft des Rauches in deiner Kleidung,
ein leiser Hauch von Gewürzen.
Zusammen gehen wir hinunter zum See,
der unser Grundstück begrenzt,
lassen uns auf der patchouliwarmen Erde nieder.
Ich lehne meinen Kopf an deine Schulter,
das sanfte Wildleder deiner Jacke streichelt meine Haut.
Wir reden und lachen,
nichts von dem stressigen Tag, einfach so...
..über Gott und die Welt...
Entspannt, gelöst...
In deinen Augen noch immer dieses Lächeln.
An deinen Lippen glänzt ein winziger Tropfen Rum,
bernsteinfarben...
ich kann den Blick nicht davon lösen.....

Am nächsten Morgen, du gehst...
"Bitte bleib", formt sich in meinen Gedanken,
aber kein Wort kommt über meine Lippen...
"Liebes", sagst Du, "heute Abend bin ich wieder zurück"...
wortloses Verstehen....
Dann gehst du...

Ich drehe mich um,
vergrabe mein Gesicht in dein Kissen,
und er ist da,
dein Geruch,
warm, balsamisch...
Und ich lächle....
So ist dieser Duft für mich, warm, balsamisch,er scheint mich wortlos zu verstehen, nimmt mich in den Arm, wenn ich es brauche und doch ist da auch etwas Anziehendes, keine Eintagsfliege, sondern ein vertrautes Miteinander.
37 Antworten
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Sillage
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Haltbarkeit
8.5
Duft
Terra

646 Rezensionen
Terra
Terra
Top Rezension 0  
Gott, lass es Cuir Beluga regnen!
Ich finde es manchmal olfaktorisch anstrengend, durch die Stadt zu fahren. Abgase von LKW's, Wolken stechender Drogeriedüfte, Fastfoodgeruch. Alles gepaart mit Lärm und Hektik.

Heute morgen trug ich Cuir Beluga auf und durch simples Riechen an meinem Arm konnte ich in ein Stück völlig unanstrengende, harmonische und olfaktorisch heile Welt eintauchen. Hässliches vergessen und einen kleinen, meditativen Moment der Schönheit und Stille zwischen all den Eindrücken genießen.

Dabei bedeutet unanstrengend hier nicht langweilig. Cuir Beluga lässt Bilder in meinem Kopf entstehen, die allesamt so angenehm sind, dass ich es an solchen Tagen schön fände, wenn außerhalb der Natur alles so riechen würde.

Trage ich Cuir Beluga in größerer Menge auf nur eine Stelle auf, weckt er Erinnerungen an Keksteig und das wunderbare Naschen davon, trotz aller Warnungen in der Kindheit, man würde Magenschmerzen bekommen. Es ist ein Keksteig mit viel Vanille. Süß und etwas buttrig, weich und köstlich.

Der Eindruck ändert sich, wenn ich Cuir Beluga großflächig verteilt auftrage. In den ersten Minuten nehme ich deutlich Aldehyde wahr und finde Cuir Beluga kantiger. Aldehydig, vanillig und ledrig. Das ist schön, aber das ist nicht mehr das, was ich erwartet habe. Kaum habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden, dass es wohl doch nicht das Richtige für mich ist, ergibt alles Sinn. Es scheint weniger einen Auftakt zu geben, sondern eher einen Augenblick, in dem sich alle Nuancen ordnen müssen, damit alles in ganzer Pracht erstrahlt.

Und dann riecht Cuir Beluga unheimlich sexy. Bisher konnte nur Helmut Lang - Eau de Cologne das Bild sauberer Haut eines von Natur aus grandios riechenden Menschen bei mir erzeugen. Der Guerlain schafft das auch, wirkt aber weniger frisch geduscht und kühl. Helmut Lang - Eau de Cologne ist nackte Haut auf frischer, gestärkter Wäsche. Cuir Beluga ist eher Vorspiel, denn die Betrachtung des frisch geduschten Partners nach dem Akt.

Da ist hintergründig etwas aldehydig-ledriges, wie ein fester und bestimmter Griff an die Hüfte gepaart mit einem wollüstigen Kuss. Doch das sind nur vage Andeutungen, vordergründig ist eine weiche Vanilleaura, die sich anfühlt, als streichele man so zart mit den Fingerspitzen über die nackte Haut, dass eher eine elektrische Spannung, denn die direkte Berührung einen Reiz erzeugen würde und die riecht, als würde man nah beieinander liegen und die Nasenspitze am Nacken entlang fahren lassen.

Alles Weitere bleibt der Fantasie überlassen. Nicht der Akt wird gefeiert und nicht der Geruch nach einer Liebesnacht in einem kleinen Raum bei hochsommerlichen Temperaturen, wie es doch so oft der Fall bei Düften ist, die mit Erotik spielen. Sondern die zarte Annäherung und der spannende Weg zu allem, was kommen kann.

Mir ist klar, dass diese Assoziation nicht jeder teilen kann und für manchen Cuir Beluga nur nach Vanille, Keksen oder sogar Leder riecht.

Bei mir wechseln diese Assoziation. Man sollte jedoch auf keinen Fall einen klassischen Lederduft erwarten. Für mich ist es eher menschliche Haut, denn Leder. An anderen Tagen und bei anderer Applikation mit etwas Fantasie vielleicht eine Schüssel voll köstlichem Keksteig, den man auf einem edlen, weichen Ledersofa verspeist.

Einerseits ist Cuir Beluga ein recht monothematischer und linearer Duft, bei dem der Preis für etwas Vanille und Keksteig objektiv betrachtet heftig erscheint. Andererseits kenne ich kein anderes Parfüm, welches dieses Thema in so vorerst einfach wirkender Perfektion und Harmonie umsetzt und dabei imstande ist, soviel Wohlbefinden zu erzeugen.
20 Antworten
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7.5
Haltbarkeit
7
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 43  
Ikra? Ikra?
Beluga. Der Weißwal („weiß“ heißt auf Russisch bjeli, daher etwa auch Bjelarus für Weißrussland). Manches wurde nach ihm benannt: Zwei Greenpeace-Schiffe. Eine Reederei aus Bremen, die in einer unappetitlichen Insolvenz endete. Ein Großraum-Flugzeug von Airbus; ich sehe diese Blech-Monster oft vom Bürofenster aus im Lande-Anflug auf Finkenwerder, wenn im Zuge eines politisch motivierten Logistik-Irrsinns Riesen-Bauteile quer über ganz Europa hin und her kajohlt werden.

Mir persönlich fällt allerdings beim Begriff „Beluga“ zuerst der entsprechend bezeichnete Kaviar ein, der - zumindest überwiegend immer noch - bedauernswerten Fischen aus dem Leib geschnitten wird. Die einzigen (und wohl letzten) Male, dass ich davon gegessen habe, war als Jugendlicher anlässlich einer Reise in die Sowjetunion um den Jahreswechsel 1990/1991. Auf Russisch heißt Kaviar Ikra, hinten betont.

Selbst im real existierenden Sozialismus gab es die meisten inländischen Produkte ja wenigstens mal irgendwann irgendwo, wenngleich halt nur punktuell. Anders Kaviar. Wahrscheinlich, weil in einem Paradies der Werktätigen die Werktätigen keine Luxusgüter benötigen. Vom Kaviar verschwand nämlich anscheinend im Laufe des Herstellungs- und Transport-Prozesses unfasslicherweise alles.

Und tauchte im Geheimen an diversen Ecken wieder auf. Kaum hatte sich zum Beispiel die Tür des Fahrstuhls geschlossen, wisperte der Fahrstuhlführer „Ikra? Ikra?“ und verkaufte ihn rasch für fünf Dollar je Dose. Je handtellergroßer 125-Gramm-Dose. Und ich bin ziemlich sicher, dass das Zeug nicht gefälscht war. Nicht für fünf Dollar im Fahrstuhl. Das war geklaut. Darüber und über die rücksichtslose Gewinnung haben wir uns damals keine Gedanken gemacht. Ebenso wenig über die Borsäure, die als Konservierungsmittel - ausschließlich für dieses Produkt - verwendet wird und alles andere als gesund ist. Wir haben das Zeug löffelweise gefressen und mit dem nicht minder billigen und glücklicherweise offen-sicht-lich (im wahrsten Sinne des Wortes) methanol-freien Wodka vergleichbar inoffizieller Herkunft hinuntergespült.

Nach einem außergewöhnlich exzessiven Gelage im Hotelzimmer hatten wir einmal am kommenden Morgen einfach ein paar Dollar auf den Tisch gelegt, daneben einen Zettel in holperigem Russisch: „Bitte aufräumen“. Abends war alles picobello. Es waren sogar die Wachsreste aus den Teelicht-Wegwerf-Alu-Schälchen gekratzt. Für diese dekadente Großkotz-Nummer schäme ich mich bis heute.

Über die Benennung „Beluga“ für den Duft wurde schon gerätselt. Mir scheint in erster Linie die Spur „Weiß“ sinnvoll, weißes, mithin besonders edles Leder. Außerdem soll mit dem Wort gewiss allgemein Exklusivität ausgedrückt werden. Und das völlig zu Recht. Der Duft steht in meiner Wahrnehmung charakterlich eng (ehrlich gesagt: zu eng) neben seinem noblen Geschwist Bois d’Armenie. Natürlich nicht allein wegen der Guerlain-Vanillenote, von der viele so schwärmen. Ich gehöre leider nicht dazu, finde sie zu säuerlich. Indes bleibt sie hier bereits im Auftakt luftiger und für mich damit angenehmer. Nein, auch im „schwebenden Hinterteil“ sind sich beide Düfte stilistisch einigermaßen ähnlich.

Die Mandarine, selbst ohne Ansage wäre sie vermutlich gut identifizierbar, hält sich über mehrere Stunden dezent im Untergrund und ist als Ausgleicher tätig. Aber am wichtigsten ist für die Balance die sogleich präsente Ledernote vom Allerfeinsten; luftig, duftig und schwebend.

Doch all dies vermag nicht vom Kern abzulenken: Vanille. Die Dame am Guerlain-Stand im Hamburger Alsterhaus meinte, Cuir Beluga sei ihr Vanille-Duft und das darf man irritationsfrei glauben, denn es ist ein Vanille-Duft mit Leder und nicht andersrum.

Erst gegen Ende des Duftverlaufs, ab der siebenten Stunde, wird die Ledernote auf der Haut ein bisschen kräftiger. Schade, dass es dieser Eindruck nicht in die Projektion schafft, das hätte ich großartig gefunden. Einen Spritzer Cumarin könnte ich mir für die Basis einbilden. Ab Ende der achten Stunde ist im Wesentlichen Ruhe. Gleichwohl ist ein patchouli-dominierter Rest noch nach zwölf Stunden gut zu spüren.

Fazit: Mir ist er im Stil zu nahe am Bois d’Armenie. Hätte ich sie in umgekehrter Reihenfolge getestet, wäre ich womöglich von jenem etwas enttäuscht gewesen. So bin ich es von diesem. Eine anständige Bewertung hat er natürlich trotzdem verdient.

Vielen Dank an Dobbs für die Probe!
20 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

399 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 2 Jahren
9
Flakon
8
Sillage
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Haltbarkeit
9.5
Duft
Im süßwarm Amberlicht
Rieselt pudrig Traumvanille
Durch die mit weich Leder eingefasste Sanduhr
Das Tor zur Duftzauberwelt öffnet sich weit
43 Antworten
SternenklarSternenklar vor 3 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Ich habe keinen gesucht
und doch hat er mich gefunden.
Mein Signaturduft.
Wildleder, Vanille, Warm, Weich,
Kuschelig, Sinnlich, Pudrig.
18 Antworten
TherisTheris vor 1 Jahr
7
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Ihre Ausstrahlung glänzt
Vanilleblondes Haar
Pudrige Eleganz
Grace Kelly's Anblicke
Blick vom Fenster zum Hof
Zarte Strohblumen wachsen
32 Antworten
Melisse2Melisse2 vor 4 Jahren
6
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Inzwischen ist mir das viel zu viel Vanille. Mit Tonka. Und nur minimal Leder u. Rauch. Dem Cuir Beluga würde mehr Kante gut stehen.
26 Antworten
LevizLeviz vor 3 Jahren
10
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
Wahrer Luxus schreit nie.
Ein angenehmer, reichhaltiger und raffinierter Vanilleduft.
Ein weiteres schönes Meisterwerk von Guerlain.✌
5 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
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Diskussionen

Themen zum Parfum im Forum
KaylizKayliz vor 9 Jahren
Parfum allgemein
Wie an Cuir Beluga kommen?
Jetzt war es endlich soweit, der Cuir Beluga ist heute angekommen. Ich habe im Douglas in Düsseldorf angerufen -- danke Ichbins für die Tel-Nummer! -- und der Service war spitze, bin auch mit Proben reich beschenkt...
RichardFishRichardFish vor 11 Jahren
Parfum allgemein
Cuir Beluga - Nun Herren- oder Damenparfum?
Ja, ich kenne den Duft und stimme dir bezüglich deiner Duftbeschreibung voll und ganz zu! :)Ich dachte nur, er war mal als Herrenduft ausgewiesen. Aber gut möglich, dass ich mich irre. Und was ist mit den anderen...
SerenitySerenity vor 12 Jahren
Parfum allgemein
Hilfe!!! Cuir Beluga gekippt?
Alle meine Schals duften nach Cuir Beluga, aus Textilien geht das nur schwer raus, aber so eine feine Vanillewolke passt zu allem. Vielleicht braucht man für den eine Eingewöhnungszeit? Ich nehme ihn mittlerweile...

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