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Foxears Blog
vor 2 Jahren - 15.03.2021
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Gelassenheit lieben lernen

„100 Dinge, die man im Leben gemacht haben sollte.“
„500 Orte, die man gesehen haben sollte.“
„1.000 Filme, die man gesehen haben sollte, bevor das Leben endet.“
„137.519 Parfüms, die man gerochen haben sollte.“


Bevor ich mit dem Schnüffeln begann (nicht falsch verstehen), hatte ich schon genug Punkte auf meiner „Bucketlist“ – so nennt man eine (imaginäre) Liste von Dingen, die man „erledigen“ möchte, bevor einen das Zeitliche segnet. Diese Stadt noch besuchen, diese Serie noch gucken, dieses Buch noch lesen- kennt man. Nun habe ich eine neue, tonnenschwere Lieferung auf meiner Bucketlist zu verzeichnen– die Merkliste auf Parfumo. „Diese Parfüms noch riechen.“.

Bei den Nasen, denen ich folge, sieht’s ähnlich aus. Die Parfüm-Bucketlist kennt nur eine Richtung- steil bergauf. Bei vielen im zweistelligen Bereich, bei einigen wenigen schon dreistellig. Kein Wunder, bei den vielen fantastischen –fast schon stündlich erscheinenden – Kommentaren und Statements, die große Neugier an ein angepriesenes Parfüm wecken.

Gotta "merk" 'em all!

Lange suchte ich nach einer Lösung auf die Frage: Schaffe ich das überhaupt? Genau hier allerdings wird es problematisch- das eigene Hobby wird zur Arbeit, anstatt zum Vergnügen.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Wenn alle aus dem eigenen Freundeskreis schon DIE neue Serie gesehen haben- man selbst aber nicht- entsteht bei manchen (früher auch bei mir) durchaus der Druck, dies schnellstmöglich nachzuholen. „Musst du gesehen haben! Das Ende ist so krass, extrem überraschender Plot Twist!“ Ach so, der war also die ganze Zeit ein Geist. Man will dazu gehören, mitreden können. Aber anstatt die Serie zu genießen, wird sie an einem Abend „gebingt“ – nur um anschließend festzustellen, dass die zuvor geweckte Erwartung womöglich nicht erfüllt wurde. Hauptsache wieder einen Punkt von der Bucketlist gestrichen. Das lässt sich auf jeden Bereich übertragen: Reisen, Kultur (Medien) und eben Parfüms.

Die Bucketlist wächst stetig an, während die Zeit gleichgültig abläuft– trostlose Bredouille. Oder doch nicht?

Die Lösung, welche ich für mich gefunden habe: Die Dinge wieder gelassener angehen- trotzend der schnelllebigen Zeit. 20 neue Serien wöchentlich, 100 neue Parfüms monatlich, 5.000 neue Alben jährlich – ganz ehrlich – wen juckt es? Bonuspunkte gibt es dafür am Himmelstor sicherlich nicht.

Einfach den Spieß umdrehen! Aus „ich muss“ wird „ich darf“: So viele schöne Dinge, die ich noch erleben darf! So viele schöne Dinge, die mir noch bevorstehen und auf die ich mich freuen kann! Jeder Punkt birgt ein neues Erlebnis, unvergleichlich mit dem vorherigen. Wäre doch sehr trist, wenn man keine Beschäftigung mehr hat!
In diesem Sinne: Frohes erleben eurer Bucket-List(en)!

Im Baum der Gelassenheit hängen die süßen Früchte des Glücks. - Angelika Emmert


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