Gelassenheit lieben lernen
„100 Dinge, die man im Leben gemacht haben sollte.“
„500 Orte, die man gesehen haben sollte.“
„1.000 Filme, die man gesehen haben sollte, bevor das Leben endet.“
„137.519 Parfüms, die man gerochen haben sollte.“
Bevor ich mit dem Schnüffeln begann (nicht falsch verstehen), hatte ich schon genug Punkte auf meiner „Bucketlist“ – so nennt man eine (imaginäre) Liste von Dingen, die man „erledigen“ möchte, bevor einen das Zeitliche segnet. Diese Stadt noch besuchen, diese Serie noch gucken, dieses Buch noch lesen- kennt man. Nun habe ich eine neue, tonnenschwere Lieferung auf meiner Bucketlist zu verzeichnen– die Merkliste auf Parfumo. „Diese Parfüms noch riechen.“.
Bei den Nasen, denen ich folge, sieht’s ähnlich aus. Die Parfüm-Bucketlist kennt nur eine Richtung- steil bergauf. Bei vielen im zweistelligen Bereich, bei einigen wenigen schon dreistellig. Kein Wunder, bei den vielen fantastischen –fast schon stündlich erscheinenden – Kommentaren und Statements, die große Neugier an ein angepriesenes Parfüm wecken.

Lange suchte ich nach einer Lösung auf die Frage: Schaffe ich das überhaupt? Genau hier allerdings wird es problematisch- das eigene Hobby wird zur Arbeit, anstatt zum Vergnügen.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Wenn alle aus dem eigenen Freundeskreis schon DIE neue Serie gesehen haben- man selbst aber nicht- entsteht bei manchen (früher auch bei mir) durchaus der Druck, dies schnellstmöglich nachzuholen. „Musst du gesehen haben! Das Ende ist so krass, extrem überraschender Plot Twist!“ Ach so, der war also die ganze Zeit ein Geist. Man will dazu gehören, mitreden können. Aber anstatt die Serie zu genießen, wird sie an einem Abend „gebingt“ – nur um anschließend festzustellen, dass die zuvor geweckte Erwartung womöglich nicht erfüllt wurde. Hauptsache wieder einen Punkt von der Bucketlist gestrichen. Das lässt sich auf jeden Bereich übertragen: Reisen, Kultur (Medien) und eben Parfüms.
Die Bucketlist wächst stetig an, während die Zeit gleichgültig abläuft– trostlose Bredouille. Oder doch nicht?
Die Lösung, welche ich für mich gefunden habe: Die Dinge wieder gelassener angehen- trotzend der schnelllebigen Zeit. 20 neue Serien wöchentlich, 100 neue Parfüms monatlich, 5.000 neue Alben jährlich – ganz ehrlich – wen juckt es? Bonuspunkte gibt es dafür am Himmelstor sicherlich nicht.
Einfach den Spieß umdrehen! Aus „ich muss“ wird „ich darf“: So viele schöne Dinge, die ich noch erleben darf! So viele schöne Dinge, die mir noch bevorstehen und auf die ich mich freuen kann! Jeder Punkt birgt ein neues Erlebnis, unvergleichlich mit dem vorherigen. Wäre doch sehr trist, wenn man keine Beschäftigung mehr hat!
In diesem Sinne: Frohes erleben eurer Bucket-List(en)!



Foxear
Es lebe der Augenblick ;)
Was unser gemeinsames Hobby betrifft : wenn ich mal nicht so mag , dann test ich nicht , dann schreib ich nicht , dann beobachte und lese mehr .. ich bin immer auf viel Verständnis gestoßen .
Auch hier finden sich ähnliche denkende und riechende Leut .. danke für den Blog und schön , dass Du hier bist :)
Und dankbar bin ich auch hier bei Parfumo: Dankbar für Kontakte, für das Düfte Riechen dürfen, für Leben und Vielfalt :-))
Wir alle werden am Ende unseres Lebens feststellen, dass wir ganz viele Dinge nicht erlebt, getan, genossen haben. Die Welt und all unsere Möglichkeiten sind allgemein viel zu komplex, bunt und vielfältig, als dass man all das Schöne, Sehens- und Erlebenswerte in einem Menschenleben ausgekosten könnte. Egal wie wir uns auch darum bemühen. Man wird nie alle hörenswerten Musikstücke gehört haben, nie alle wunderbaren
Ich denke mir oft, die Kunst ist eigentlich, nicht alles zu konsumieren was es gibt (ständig neue Klamotten, Bücher, Songs, Parfums, Filme und und und), sondern eine Auswahl zu treffen! Ein Überangebot ist Stress.
Darum gehe ich auch oft lieber bei Aldi oder Lidl einkaufen als bei Kaufland...
Ja wenn das so ist, dann ist das ein wichtiger und richtiger Blog.
Das kennt wahrscheinlich wirklich jeder (hier und auch privat).
Ich muss gestehen, dass mich die „aufgeschwatzen“ Bucket-Dinge (egal ob Serien, Düfte, Stätdetrips) bisher immer eher enttäuscht haben. So entschied ich vor kurzem, dass ich mich nurnoch - und ich meine wirklich ausschließlich- auf mein eigenes Bauchgefühl verlasse und mich nicht beeinflussen lasse. Denn ich kenne mich selbst und meine Interessen, meinen Geschmack besser als jeder andere.
Wovon Gelassenheit lässig zu lassen weiss.
Manche Düfte sind aber so schön, dass sie weh tun.
(Ohne zu müssen) Darfst du das?
Ohne Brille siehst Du übrigens jünger aus... ;-)
Und jetzt bin ich zu entspannt, um diese Merkliste aufzuräumen. ;)
Übrigens bist du sehr inspirativ für mich: Zum Entdecken von neuen Ideen und Gedanken Anregen :)
Ich gehe persönlich da sehr wissenschaftlich oder im Parfumo Sinn strikt nach den unmittelbaren Vorlieben und Emotionen nach. Wenn ich beispielsweise merke, dass mich eine bestimmte
Auch nicht, nachdem ich vor 7 Jahren fast das zeitliche gesegnet hab. Ich mach einfach worauf ich Lust habe. Bei Serien bin ich sowieso oft mit die erste die sie sieht und dann empfehle ich sie Freunden und Familie. Den Spruch mit der Gelassenheit finde ich klasse und nehme ihn mir zu Herzen! Ich bin alles andere als gelassen, in sehr vielen Dingen. Man nennt es Stressbolzen....